100-Qubit-Quantumcomputer in Jülich startet hybrides Rechenzeitalter
Neuer 100-Qubit-Quantumcomputer am Jülich Supercomputing Centre eingetroffen
Am Jülich Supercomputing Centre (JSC) in Deutschland ist ein neuer Quantumcomputer mit 100 Qubits eingezogen. Das vom französischen Unternehmen Pasqal entwickelte System wurde Mitte November geliefert und ist Teil einer europäischen Initiative zur Stärkung der Quantenforschung. Bereits vier Monate zuvor war in Frankreich ein ähnliches Gerät in Betrieb genommen worden.
Der Quantumcomputer ist Bestandteil des HPCQS-Projekts, das von der EuroHPC Joint Undertaking sowie sechs europäischen Ländern unterstützt wird. Ziel ist es, Quantencomputing und Hochleistungsrechnen (HPC) zu einer hybriden Infrastruktur zu vereinen. Forscher sollen das System nutzen, um komplexe Herausforderungen in Bereichen wie Medikamentenentwicklung, Optimierung von Lieferketten, Design drahtloser Netzwerke und quantenbasiertes Maschinenlernen zu bewältigen.
Pasqals Technologie setzt auf neutrale Atome, um stabile Quantenvorgänge zu ermöglichen, und verfolgt dabei einen analogen Rechenansatz. Am JSC wird das Gerät direkt mit dem JURECA-DC-Supercomputer verbunden, sodass eine kombinierte Quantum-HPC-Ressource entsteht. Diese Konfiguration erweitert zudem die Jülich UNified Infrastructure for Quantum Computing (JUNIQ), eine öffentlich zugängliche Plattform für die Quantenforschung.
Die Inbetriebnahme markiert einen wichtigen Schritt in Europas Bestrebungen, Quantensysteme mit klassischem Hochleistungsrechnen zu verknüpfen. Mit nun zwei funktionsfähigen Pasqal-Maschinen – eine in Frankreich, eine in Deutschland – rückt das HPCQS-Projekt seinem Ziel näher, Forschern fortschrittliche hybride Rechenwerkzeuge zur Verfügung zu stellen.
Der neue Quantumcomputer steht Wissenschaftlern über JUNIQ zur Verfügung und erweitert die Forschungsmöglichkeiten. Durch die Anbindung an die Supercomputing-Infrastruktur des JSC dürften Fortschritte in Bereichen, die hybride Hochleistungssysteme erfordern, beschleunigt werden. Das Projekt bleibt auf Kurs, um Europas Position in den Bereichen Quanten- und HPC-Innovation zu stärken.






