10 May 2026, 06:07

98.000 Euro für eine verwirrende Doppelampel: Wie Rheda-Wiedenbrück Steuergelder verschwendet

Eine belebte Stadtstraße mit Autos, Bussen, Motorrädern und verschiedenen städtischen Elementen wie Pfosten, Gebäuden und Grünflächen.

98.000 Euro für eine verwirrende Doppelampel: Wie Rheda-Wiedenbrück Steuergelder verschwendet

Ein Radwegprojekt in Rheda-Wiedenbrück steht als Beispiel für die Verschwendung öffentlicher Gelder in der Kritik. Der Bund der Steuerzahler nahm die verwirrende Doppelampel an der Pixeler Straße in seine Schwarzbuch-Ausgabe für Nordrhein-Westfalen auf. Der Bericht listet 14 Fälle fragwürdiger Ausgaben auf – diese Installation sticht dabei durch ihr ungewöhnliches Design und die hohen Kosten besonders hervor.

Die Probleme begannen 2016, als Rheda-Wiedenbrück Landesmittel für die Umwandlung einer alten Bahntrasse in einen Radweg beantragte. Eine zentrale Auflage war die sichere Querung der Pixeler Straße für Radfahrer. Sieben verschiedene Behörden bewerteten die Risiken – doch ihre Einschätzungen gingen auseinander, was zu Verzögerungen führte.

Die Stadt schlug zunächst eine Absperrung mit einer Querungshilfe 20 Meter entfernt vor, doch die Bezirksregierung lehnte dies ab. Ein überarbeiteter Plan, die Querungshilfe auf Höhe des Radwegs anzuheben, scheiterte am Widerstand der Landesstraßenbehörde. Schließlich installierte die Kommune vier Ampeln über eine Strecke von 20 Metern – deutlich länger als die übliche Spannweite von vier Metern.

Der Bund der Steuerzahler hinterfragte später die Entscheidung und wies darauf hin, dass die ungewöhnliche Anordnung Verkehrsteilnehmer verunsichere. Die Stadt räumte ein, dass das Design problematisch sei, doch keine Behörde übernahm die volle Verantwortung. Die Gesamtkosten des Projekts beliefen sich auf 98.000 Euro, wovon die Stadt 47.000 Euro und die Steuerzahler 51.000 Euro trugen. Hinzu kommen jährliche Wartungskosten von 1.000 bis 1.500 Euro.

Die Doppelampel bleibt trotz Kritik an ihrer unpraktischen Gestaltung und unnötigen Kosten bestehen. Der Bund der Steuerzahler stuft sie als klaren Fall von Fehlmanagement öffentlicher Mittel ein. Die Stadt muss nun weiterhin Wartungskosten tragen, während die Querung weiterhin Radfahrer und Autofahrer gleichermaßen verwirrt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle