Abwahlversuch gegen Münsters Oberbürgermeister Grube scheitert an fehlender Mehrheit
Finn HoffmannAbwahlversuch gegen Münsters Oberbürgermeister Grube scheitert an fehlender Mehrheit
Der Versuch, Münsters Oberbürgermeister Ulf-Marcus Grube abzuwählen, ist gescheitert, weil die nötige Unterstützung fehlte. Der Antrag benötigte eine Dreiviertelmehrheit im Stadtrat, verfehlte jedoch die erforderliche Anzahl an Unterschriften. Nun bleibt unklar, wie der Rat künftig mit Grube zusammenarbeiten wird.
Die Initiative zur Abwahl Grubes wurde von Stefan Sorge, dem Fraktionsvorsitzenden der CDU im Münsteraner Stadtrat, vorangetrieben. Obwohl er die Unterstützung von 23 Ratsmitgliedern mobilisieren konnte, erreichte der Antrag nicht die gesetzlich vorgeschriebene Hürde. Sorge äußerte später Zweifel, ob Grube künftig konstruktiv mit jenen zusammenarbeiten könne, die seine Absetzung befürwortet hatten.
Die Entscheidung des Innenministeriums hat das Verhältnis zwischen Rat und Oberbürgermeister in der Schwebe gelassen. Unterdessen hat der CDU-Stadtrat Ulrich Schroeder angekündigt, bis Jahresende zurückzutreten. Sein Ausscheiden könnte künftige Versuche, Grube herauszufordern, erschweren – denn für einen erneuten Anlauf müsste sein Platz mit einem Ratsmitglied besetzt werden, das dem Oberbürgermeister kritisch gegenübersteht.
Die Münsteraner CDU wird sich nun intern beraten, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Sowohl die Feuerwehr als auch Grube selbst sind zu dem Treffen eingeladen; der Oberbürgermeister wird voraussichtlich teilnehmen. Sollte kein Nachfolger für Schroeder gefunden werden, ist ein zweiter Abwahlversuch unwahrscheinlich.
Für einen neuen Anlauf müsste ein komplett neuer Antrag eingereicht werden. Das gescheiterte Votum und Schroeders bevorstehender Rücktritt lassen die nächsten Schritte des Rates offen. Vorerst bleibt Grube im Amt – doch die Spannungen zwischen ihm und dem Stadtrat bestehen fort.






