Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch lokale Kultursymbole – mit Erfolg und Diskussionen
Finn HoffmannWenn's grün ist, hoppeln - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte ersetzen Ampelmännchen durch lokale Kultursymbole – mit Erfolg und Diskussionen
Mehrere bayerische Städte haben die klassischen Fußgängerampelfiguren durch lokale Kultursymbole ersetzt. Die Initiative soll das städtische Selbstbewusstsein stärken und stößt bei den Einwohnern auf Zustimmung. Nicht alle Entwürfe wurden jedoch ohne Diskussion genehmigt.
Nürnberg machte den Anfang und brachte Albrecht Dürers "Feldhase" an seinen Fußgängerampeln an. Anders als andere Städte holte es sich keine Zustimmung der Landesregierung ein und bestand darauf, selbst für etwaige Probleme verantwortlich zu sein. Oberbürgermeister Marcus König betonte, dass die kreativen Ampeln bisher zu keinen Unfällen geführt hätten und die Haftungsregeln unverändert blieben – genau wie bei herkömmlichen Signalen.
Augsburg hingegen musste für seine "Kasperl"-Ampel eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben einholen. Hof scheiterte zunächst mit dem Entwurf eines "Wärschtlamo", eines Würstchenverkäufers, wegen Bedenken zur Verkehrssicherheit – erhielt später aber doch grünes Licht. Mindestens fünf Städte – Coburg, München, Bayreuth, Hof und Nürnberg – setzen mittlerweile auf thematische Ampeln, deren Motive von "Rostbratwürsten" bis zur Silhouette Richard Wagners reichen.
München verfügt derzeit über drei "Pumuckl"-Ampeln, Straubing zeigt den "Bruder Straubinger" und Dachau nutzt Figuren in traditioneller "Tracht". Deggendorf wieder gibt sich eine Frau zu erkennen, die Knödel wirft. Das bayerische Innenministerium bevorzugt zwar standardisierte Designs aus Gründen der Klarheit, lässt den Kommunen aber Spielraum.
Die thematischen Ampeln kommen bei der Bevölkerung gut an und haben bisher keine Sicherheitsprobleme verursacht. Die Städte drängen weiterhin auf Entwürfe, die ihr kulturelles Erbe widerspiegeln – selbst wenn regulatorische Hürden zu überwinden sind. Der Trend zeigt in ganz Bayern keine Anzeichen einer Verlangsamung.






