Bergisch Gladbachs Haushaltskrise spitzt sich zu: 520 Millionen Euro Schulden und keine Lösung in Sicht
Finn HoffmannBergisch Gladbachs Haushaltskrise spitzt sich zu: 520 Millionen Euro Schulden und keine Lösung in Sicht
Haushaltsverhandlungen in Bergisch Gladbach eskalieren – Stadt kämpft mit steigenden Schulden und wachsendem Defizit
Die Haushaltsgespräche in Bergisch Gladbach haben an Schärfe gewonnen, während die Stadt mit einer wachsenden Verschuldung und einem immer größeren Haushaltsdefizit ringt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Metten bezeichnete die Verhandlungen als "besonders hart", was er vor allem auf das Fehlen einer stabilen Regierungsmehrheit zurückführte. Bei einer Veranstaltung des BürgerClubs skizzierte er die Prioritäten seiner Partei für den anstehenden Finanzplan.
In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Haushaltsdefizit Bergisch Gladbachs von rund 15 Millionen Euro auf über 40 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Gleichzeitig stieg die Gesamtverschuldung von etwa 450 Millionen auf 520 Millionen Euro – ein Wert, der deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Städte in Nordrhein-Westfalen liegt. Während Metropolen wie Köln oder Düsseldorf Defizite von 10 bis 20 Millionen Euro und stabile Schuldenstände melden, sticht die finanzielle Belastung Bergisch Gladbachs negativ hervor.
Die CDU drängt auf strengere Ausgabenkontrollen und setzt dabei besonders bei den Budgets für Öffentlichkeitsarbeit und Social Media an. Metten fordert zudem eine Begrenzung der Personalkosten und will die geplante Erhöhung der Grundsteuer um 100 Punkte auf nur noch 25 Punkte reduzieren. Die Partei betont, dass diese Anpassung ausreiche, um Mindereinnahmen auszugleichen, ohne die Bürger übermäßig zu belasten.
Trotz der angespannten Haushaltslage bleibt die CDU bei ihren Schwerpunkten: die Verbesserung der Schulen, den Ausbau der Straßeninfrastruktur und die Entwicklung des Zanders-Geländes. Metten, der Bürgermeister Marcel Kreutz seit einem Jahrzehnt kennt, unterstrich zwar das professionelle Verhältnis zwischen beiden, schloss aber jede Abstimmung mit der AfD aus. Selbst wenn es zu einer Einigung mit SPD und Grünen komme, werde es keine formelle Koalition oder langfristige Partnerschaft geben, stellte er klar.
Um stockende Projekte zu beschleunigen, plant die CDU, die Stellen von Bauaufsicht und kommunalen Regulierungsbehörden auszubauen. Metten betonte, seine Partei verfüge über einen klaren Wählerauftrag, den sie im finalen Haushalt widerspiegeln wolle.
Die finanzielle Lage der Stadt bleibt prekär – Schulden und Defizite liegen deutlich über dem Landesdurchschnitt. Sollten die von der CDU vorgeschlagenen Haushaltsanpassungen durchkommen, würden Steuererhöhungen gedeckelt und Mittel gezielt in Infrastruktur und Bildung umgelenkt. Das Ergebnis der Verhandlungen wird entscheiden, wie Bergisch Gladbach die wachsenden finanziellen Herausforderungen in den kommenden Jahren meistern wird.






