Bergische IHK scheitert mit Dialog über Bürokratie und marode Infrastruktur
Nina BauerBergische IHK scheitert mit Dialog über Bürokratie und marode Infrastruktur
Die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) hat kürzlich Gespräche mit Abgeordneten aus der Bergischen Region geführt, um drängende Probleme lokaler Unternehmen zu erörtern. Im Mittelpunkt standen die wachsende Bürokratie, marode Verkehrsnetze und die Forderung nach stabilen Energiepolitiken. Nicht alle eingeladenen Politiker nahmen jedoch an der Diskussion teil.
Bei dem Treffen kamen Wirtschaftsvertreter und Landtagsabgeordnete zusammen, um die Herausforderungen für die regionale Wirtschaft zu bewältigen. Ein zentrales Thema war die zunehmende Belastung durch bürokratische Auflagen, die IHK-Präsident Henner Pasch als zeit- und geldraubend für Unternehmen bezeichnete. Er betonte, dass Betriebe Personal und Mittel umleiten müssten, nur um mit den ständigen neuen Vorschriften Schritt zu halten.
Auch die Verkehrsinfrastruktur geriet in die Kritik: Die Teilnehmer beklagten den sich verschlechternden Zustand und die zögerliche Sanierung. Verspätungen bei der Instandsetzung von Straßen und Netzen schadeten dem lokalen Handel und der Industrie, hieß es.
Ein weiterer zentraler Punkt war die Energiepolitik, die sowohl Haushalte als auch Unternehmen direkt betrifft. Beide Seiten unterstrichen die Notwendigkeit einer zuverlässigen und bezahlbaren Versorgung.
Ursprünglich hatten Vertreter der CDU ihre Teilnahme zugesagt, sagten jedoch kurzfristig ab. Abgeordnete der SPD und der Grünen fehlten ebenfalls – zur Verärgerung der Wirtschaftsvertreter, die deren Absage als politisch motiviert werteten. Marcel Hafke (FDP) und Dr. Hartmut Beucker (AfD) unterstützten zwar die vorgebrachten Sorgen, wiesen aber darauf hin, dass viele Lösungen auf Bundes- und EU-Ebene decided werden müssten.
Die Vollversammlung der IHK hatte sich zuvor deutlich für den Dialog mit allen gewählten Vertretern ausgesprochen. Trotz des Rückschlags kündigte die Kammer an, im Vorfeld der Europawahl 2024 eine Podiumsdiskussion zu veranstalten.
Pasch kritisierte zudem die langsamen Reaktionen der Behörden und machte übermäßige Bürokratie für Stockungen bei dringenden Themen verantwortlich.
Die Gespräche zeigten tiefe Frustrationen der Wirtschaft über Bürokratie, Infrastrukturprobleme und Energiekosten. Zwar gab es politische Unterstützung, doch entscheidende Weichenstellungen liegen offenbar außerhalb des regionalen Einflussbereichs. Die geplante IHK-Veranstaltung zur Europawahl bietet eine weitere Gelegenheit zum Austausch mit Entscheidungsträgern.






