Bonn-Forscher entdecken Schlüsselprotein, das Entzündungen und Zelltod steuert
Sophia FrankeBonn-Forscher entdecken Schlüsselprotein, das Entzündungen und Zelltod steuert
Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn haben aufgeklärt, wie ein zentrales Protein während Entzündungsprozessen den Zelltod auslöst. Im Mittelpunkt ihrer Erkenntnisse steht Gasdermin D (GSDMD), das schädliche Poren in Zellmembranen bildet. Dem Team gelang es zudem, Nanokörper zu identifizieren, die diesen Prozess blockieren können – ein vielversprechender Ansatz für die Behandlung von Krankheiten, die mit übermäßigen Entzündungsreaktionen einhergehen.
GSDMD spielt eine Schlüsselrolle bei Entzündungen, indem es Poren in Zellmembranen ausbildet. Normalerweise inaktiv, wird es gefährlich, sobald ein hemmender Abschnitt abgespalten wird. Ist es einmal aktiviert, lagert sich seine N-terminale Domäne in die Plasmamembran – nicht in die Mitochondrien – ein und verbindet sich dort zu einer größeren Struktur.
Die Wissenschaftler:innen setzten sechs verschiedene Nanokörper ein, von denen sich zwei in Experimenten als wirksam erwiesen. Diese Nanokörper verhindern, dass GSDMD sich zu größeren Komplexen zusammenlagert, und stoppen so die Porenbildung bereits im Ansatz. Dadurch unterbinden sie nicht nur den Zelltod, sondern auch die Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe, der Zytokine.
Besonders bemerkenswert: Die Nanokörper zeigten Wirkung, selbst wenn sie von außen als gereinigte Proteine zugeführt wurden. Dies deutet darauf hin, dass sie sich potenziell zu Therapien gegen Erkrankungen entwickeln lassen, die auf Porenbildung und Pyroptose – eine spezifische Form des entzündungsbedingten Zelltods – zurückgehen.
Die Studie liefert eine klare Erklärung dafür, wie GSDMD Zellen schädigt und wie Nanokörper diesen Prozess unterbinden können. Durch die Blockade der Porenbildung eröffnen die Ergebnisse konzeptionelle Wege für die Entwicklung von Therapien gegen entzündliche Erkrankungen. Weitere Forschungen müssen nun zeigen, wie sich diese Nanokörper klinisch einsetzen lassen.






