12 March 2026, 14:05

Bundesrechnungshof schlägt Alarm: Deutschlands Schuldenberg droht auf 2,7 Billionen zu wachsen

Ein aufgeschlagenes Buch mit handgeschriebener Schrift, wahrscheinlich ein Dokument der Bundesrepublik Deutschland, mit Wasserzeichen am unteren Rand.

Bundesrechnungshof schlägt Alarm: Deutschlands Schuldenberg droht auf 2,7 Billionen zu wachsen

Bundesrechnungshof warnt vor explodierender Staatsverschuldung Deutschlands

Der Bundesrechnungshof hat schwere Bedenken gegenüber der steigenden Staatsverschuldung Deutschlands geäußert. Kay Scheller, der Präsident des Rechnungshofs, prognostiziert, dass die Bundesverschuldung bis 2029 auf bis zu 2,7 Billionen Euro anwachsen könnte. Die aktuellen Finanzstrategien bezeichnet er als ein "gigantisches Hin-und-Her-Schieben" von Geldern, das die öffentlichen Finanzen gefährde.

Im Fokus von Schellers Kritik steht ein im März 2025 aufgelegter Sondervermögenstopf in Höhe von 500 Milliarden Euro. Dieser sollte eigentlich Infrastruktur- und Klimaprojekte fördern und Deutschland dabei helfen, bis 2045 klimaneutral zu werden. Bisher wurden für 2025 rund 37 Milliarden Euro verplant, aufgeteilt auf Bund, Länder und Kommunen. Die Schwerpunkte liegen bei Infrastruktur (300 Milliarden Euro), Landes- und Kommunalprojekten (100 Milliarden Euro) sowie Klimainitiativen (100 Milliarden Euro), zusätzlich sind 11 Milliarden Euro für den Wohnungsbau vorgesehen.

Doch Scheller kritisiert die enge Ausrichtung des Fonds und stellt infrage, ob solche Finanzmanöver überhaupt verfassungskonform sind. Er regt an, der Bundesverfassungsgericht könnte diese Praktiken prüfen müssen. Seine Sorgen beschränken sich jedoch nicht auf das Sondervermögen: Auch die wachsende Belastung durch Zinsen auf bestehende Kredite bereitet ihm Kopfzerbrechen.

Noch düsterer wird das Bild, wenn man die Schulden von Ländern und Kommunen einbezieht – sie summieren sich auf weitere 800 Milliarden Euro. Scheller fordert die Politik auf, endlich aufzuhören, nach immer mehr Geld zu suchen, und stattdessen die Ausgabenprioritäten grundlegend zu überdenken. Deutschland könne sich die alten Versprechungen schlicht nicht mehr leisten, ohne die finanzielle Realität anzuerkennen.

Sollte die Verschuldung weiter ungebremst steigen, drohe eine heraufziehende Finanzkrise, warnt Scheller. Der Sonderfonds, eigentlich für Klima und Infrastruktur gedacht, gerät zunehmend wegen seiner Struktur und langfristigen Auswirkungen in die Kritik. Angesichts steigender Schuldenstände und wachsender Zinslasten könnten die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung bald vor harte Entscheidungen gestellt werden – zwischen Ausgabenfreude und finanzieller Verantwortung.

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