CDU erwägt TikTok- und Instagram-Verbot für unter 16-Jährige nach australischem Vorbild
Finn HoffmannCDU erwägt TikTok- und Instagram-Verbot für unter 16-Jährige nach australischem Vorbild
Deutschland prüft Australiens strenge neue Regeln für soziale Medien als mögliches Vorbild für die eigene Politik. Die Christlich Demokratische Union (CDU) erwägt nun Maßnahmen, die es unter 16-Jährigen verbieten würden, Plattformen wie Instagram und TikTok zu nutzen. Behördenvertreter argumentieren, dass die aktuellen Schutzmechanismen für junge Nutzer unzureichend sind und kaum durchgesetzt werden.
Australiens Plan, Kindern unter 16 Jahren den Zugang zu sozialen Medien zu untersagen, hat die Aufmerksamkeit deutscher Politiker geweckt. Thüringens Bildungsminister Christian Tischner hat ähnliche Beschränkungen vorgeschlagen und behauptet, diese würden Jugendliche im Netz besser schützen. Bereits zuvor hatte Armin Schwarz aus Hessen ein bundesweites Handyverbot an Schulen ins Spiel gebracht – angelehnt an das australische Vorbild.
Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat die Idee zur Kenntnis genommen. Kritiker verweisen jedoch auf ein grundlegendes Problem: Soziale Medien unterliegen keiner gesetzlichen Pflicht, eine verantwortliche Person für Inhalte nach deutschem Presserecht zu benennen. Während bei traditionellen Medien wie dem Betreiber von News4teachers, Andrej Priboschek, bei Falschinformationen Haftung droht, entziehen sich Plattformen solcher Verantwortung.
Fachleute argumentieren, dass eine Verpflichtung für Unternehmen, öffentlich verantwortliche Ansprechpartner für Inhalte zu benennen, schädliche Inhalte reduzieren würde. Aktuell lassen sich die zum Schutz junger Nutzer gedachten Regeln leicht umgehen, sodass diese weiterhin Risiken ausgesetzt sind.
Das Interesse der CDU an Australiens Modell deutet auf einen möglichen Kurswechsel in Deutschlands Umgang mit Onlinesicherheit hin. Sollten strengere Altersgrenzen und klarere Verantwortungsregeln eingeführt werden, könnte dies die Funktionsweise sozialer Medien im Land grundlegend verändern. Derzeit dreht sich die Debatte darum, ob schärfere Kontrollen tatsächlich Schaden verringern – oder junge Nutzer lediglich auf unregulierte Plattformen abdrängen würden.






