Deutschland baut ersten Quantencomputer mit Rekordförderung von 76,3 Millionen Euro
Ben KönigDeutschland baut ersten Quantencomputer mit Rekordförderung von 76,3 Millionen Euro
Deutschland treibt ein neues Quantentechnologie-Projekt mit dem Namen QSolid voran. Die Initiative vereint 25 Forschungsinstitute, Unternehmen und Start-ups aus dem ganzen Land. Mit einer Förderung von 76,3 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) soll ein vollständig in Deutschland entwickelter Quantencomputer entstehen, der geringere Fehlerraten aufweist als aktuelle Systeme.
Im Mittelpunkt des Vorhabens stehen supraleitende Schaltkreise und fortschrittliche Fertigungstechniken, um die Leistung zu optimieren. Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) spielt dabei eine Schlüsselrolle. Bekannt für seine Expertise in elektronischen, mechanischen und optischen Komponenten, arbeitet das Institut an der gemeinsamen Integration von CMOS-Steuerlogik mit der Quantum Processing Unit (QPU). Dieser Ansatz verringert den Bedarf an komplexer Verkabelung und Verbindungen, was die Systemarchitektur vereinfacht.
Parallel dazu nutzt das Zentrum für Nanoelektronische Technologien (CNT) 300-Millimeter-Wafer für die Mikrochip-Produktion. Dieses großindustrielle Herstellungsverfahren unterstützt die Entwicklung hochwertiger Quantenprozessoren. Ein Interposer der ersten Generation – eine entscheidende Komponente zur Verbindung von Quantenchips – wurde bereits gefertigt und unter kryogenen Bedingungen getestet.
Als nächster Meilenstein steht die Inbetriebnahme eines 10-Qubit-Prototyps an, der als erster Zwischenstand-Demonstrator dient. Bis Dezember 2026 plant das Team, das System auf 30 Qubits mit vollständiger Fehlerkorrektur zu skalieren. Ziel ist es, einen zuverlässigen Quantencomputer auf Basis supraleitender Schaltkreise der nächsten Generation und mehrerer vernetzter Prozessoren zu schaffen.
QSolid bündelt Know-how aus ganz Deutschland und stellt sicher, dass sowohl Hardware als auch Software im Inland entwickelt werden. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, die Fehlerraten zu senken – eine der größten Herausforderungen in der Quantentechnologie – und gleichzeitig die Position des Landes in diesem Bereich zu stärken.
Das QSolid-Projekt wird in Kürze einen 10-Qubit-Prototyp vorstellen, während bis Ende 2026 ein 30-Qubit-System geplant ist. Die Investition von 76,3 Millionen Euro fließt in einen komplett in Deutschland gebauten Quantencomputer mit verbesserter Fehlerkorrektur. Bei Erfolg könnte die Technologie Deutschlands Rolle in der Quantenforschung und industriellen Anwendung festigen.






