13 March 2026, 00:05

Duisburger Stahlwerk HKM bleibt vorerst geöffnet – doch die Zukunft ist ungewiss

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Fabrik mit Arbeitern in Helmen, die an Stahlträgern arbeiten, Fenstern, Polen, Lampen und Text im Hintergrund.

Duisburger Stahlwerk HKM bleibt vorerst geöffnet – doch die Zukunft ist ungewiss

Duisburgs historisches Stahlwerk Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) entgeht knapp der Schließung

Nach einer letzten Einigung zwischen Thyssenkrupp und der Salzgitter AG steht fest: Das traditionsreiche Stahlwerk in Duisburg bleibt vorerst geöffnet. Die Vereinbarung sichert den Fortbestand des 116 Jahre alten Betriebs und bringt Erleichterung für die Belegschaft sowie lokale Politiker, die sich vehement für seinen Erhalt eingesetzt hatten.

Das einst größte Arbeitgeberunternehmen im Süden Duisburgs blickt auf Jahrzehnte des Niedergangs zurück. Zwischen 2006 und 2025 sank die Produktion von etwa 14 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr auf rund 11 Millionen. Gleichzeitig halbierte sich die Beschäftigtenzahl – von 20.000 auf nur noch 10.000 Mitarbeiter. Prägende Ereignisse wie die Fusion zu ThyssenKrupp 1999, die Finanzkrise 2008 und die COVID-19-bedingten Stilllegungen 2020 verschärften den Abwärtstrend. Zuletzt trieben steigende Energiepreise und strengere EU-Klimavorgaben den Druck in Richtung "grüner Stahl" weiter voran – eine zusätzliche Belastung für das Werk.

Neue Eigentumsverhältnisse, unsichere Zukunft Kernpunkt des Deals: Die Salzgitter AG übernimmt die Kontrolle über HKM, doch die eigenständige Ausrichtung des Standorts endet damit. Künftig dient das Werk vor allem der Belieferung seiner Gesellschafter – Thyssenkrupp (50 Prozent), Salzgitter Mannesmann GmbH (30 Prozent) und Vallourec (20 Prozent). Zudem läuft der Liefervertrag mit HKM drei Jahre früher als geplant aus, was die garantierte Produktionsdauer verkürzt.

Trotz der Atempause bleiben die Herausforderungen immens. Veraltete Hochöfen werfen Fragen zur langfristigen Produktionsfähigkeit auf, und im Rahmen der Konzernumstrukturierung bei Thyssenkrupp könnten bis zu 11.000 Arbeitsplätze wegfallen. Die Belegschaft fürchtet Entlassungen und fordert ein Sozialplan-Abkommen, um den Übergang abzufedern. Die Zukunft des Werks hängt nun von einer radikalen Neuausrichtung ab – doch die Finanzierung dieser Transformation ist noch offen.

Politische Unterstützung, ungewisse Perspektiven Lokale Politiker aller Parteien zeigen sich geschlossen hinter dem Stahlwerk und betonen seine Bedeutung für die Region. Doch Thyssenkrupp strebt einen zügigen Rückzug an – die Weichen für die Zukunft des Standorts stellen nun die neuen Eigentümer.

Der Deal zwischen Thyssenkrupp und Salzgitter AG hält HKM zwar vorerst am Laufen und sichert kurzfristig Arbeitsplätze. Doch auf lange Sicht entscheidet sich das Schicksal des Werks an seiner Modernisierung, der Finanzierungssicherung und der Anpassung an verschärfte Klimauflagen. Arbeiter, Gewerkschaften und die Stadt werden die kommenden Monate genau beobachten – wenn es um die Weichenstellungen für die Zukunft geht.

Quelle