Ende Gelände legt Ruhrgebiet lahm: Proteste gegen fossile Infrastruktur eskalieren
Sophia FrankeEnde Gelände legt Ruhrgebiet lahm: Proteste gegen fossile Infrastruktur eskalieren
Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Gruppe Ende Gelände haben im gesamten Ruhrgebiet weitreichende Proteste organisiert. Die Demonstrationen richteten sich gegen die fossile Gasinfrastruktur, wobei rund 1.500 Menschen an den koordinierten Aktionen am Freitag teilnahmen. Die Polizei reagierte mit Einschränkungen und Festnahmen, nachdem es an mehreren zentralen Orten zu Spannungen gekommen war.
In Gelsenkirchen blockierten Aktivist:innen das Kraftwerk Scholven, wo Pläne für eine neue Gaseinheit auf Kritik stoßen. Die Protestierenden installierten zudem Solarpaneele auf dem Geländes des Kraftwerks, um auf Alternativen aus erneuerbaren Energien aufmerksam zu machen. Unterdessen bestätigte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein Polizeiverbot für eine separate Demonstration am Kraftwerk Gersteinwerk und verhinderte so eine Kundgebung an dem Standort.
In Hamm umstellten Beamte eine Gruppe von Aktivist:innen unter einer Brücke und warf ihnen vor, gegen das Vermummungsverbot verstoßen zu haben. Die Demonstrant:innen waren auf dem Weg zum Hauptbahnhof und trugen ein Transparent mit der Aufschrift „Energiekonserne enteignen“. An anderer Stelle unterbrachen Protestierende in Dortmund den Schichtwechsel im Hüttenwerk Friedrich Wilhelms Hütte, das zum Rüstungskonzern KNDS gehört. Die Bundesregierung plant dort eine Beteiligung.
Eine weitere Gruppe besetzte in Mülheim an der Ruhr die Werksgleise von Europipe, dem größten Pipeline-Hersteller Europas. Die Aktionen finden im Vorfeld einer Großdemonstration am Samstag statt, zu der tausende weitere Teilnehmer:innen erwartet werden. Umweltorganisationen und prominente Persönlichkeiten wie Greta Thunberg unterstützen die Proteste.
Die Demonstrationen haben im Ruhrgebiet zu erheblichen Behinderungen geführt, wobei Aktivist:innen Kraftwerke, Fabriken und Verkehrswege ins Visier genommen haben. Die Polizei setzte Verbote durch und nahm Festnahmen vor, doch die Organisator:innen kündigten an, die Kampagne fortzusetzen. Für Samstag ist eine noch größere Kundgebung geplant – ein Zeichen für eine weitere Zuspitzung der Proteste.






