Energiekonzerne planen grenzüberschreitendes CO₂-Transportnetz zwischen Deutschland und den Niederlanden
Sophia FrankeEnergiekonzerne planen grenzüberschreitendes CO₂-Transportnetz zwischen Deutschland und den Niederlanden
Ein Konsortium führender Energieunternehmen hat eine Vereinbarung zur Entwicklung eines grenzüberschreitenden CO₂-Transportnetzes unterzeichnet. Die Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) umfasst die Unternehmen Gasunie, EBN, Eni, OGE, Shell und TotalEnergies. Ziel ist es, deutsche Industriecluster mit niederländischen CO₂-Speicherstätten in der Nordsee zu verbinden.
Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht der Delta-Rhein-Korridor, eine geplante Route, die die Industrien in Nordrhein-Westfalen mit Offshore-CO₂-Speichern verknüpfen soll. Diese Infrastruktur ist Teil des übergeordneten Aramis-CCS-Projekts, das die Kohlendioxidabscheidung und -speicherung in Nordwesteuropa vorantreibt.
Die Initiative zielt darauf ab, den Aufbau eines integrierten CO₂-Transport- und Speichersystems zu beschleunigen. Durch die Bündelung von Ressourcen und Fachwissen hofft das Konsortium, die Dekarbonisierung von Industrien mit schwer vermeidbaren Emissionen zu beschleunigen.
Die Ankündigung erfolgte während eines Besuchs des niederländischen Königs Willem-Alexander und des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Beide wurden über den Stand der Projekte informiert, darunter das Porthos-CCS-Vorhaben, bei dem abgetrenntes CO₂ in erschöpften Gasfeldern der Nordsee gelagert werden soll.
Die Absichtserklärung stärkt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Niederlanden. Sie ermöglicht Unternehmen in beiden Ländern den Zugang zu großtechnischen Lösungen für das CO₂-Management. Die Vereinbarung markiert einen wichtigen Schritt zur Erweiterung der europäischen Kapazitäten für CO₂-Transport und -Speicherung.






