EU einigt sich auf einheitliche DSGVO-Zertifizierung für mehr Datenschutz-Sicherheit
Finn HoffmannEU einigt sich auf einheitliche DSGVO-Zertifizierung für mehr Datenschutz-Sicherheit
Ein bedeutender Schritt vorwärts bei der DSGVO-Konformität: EU-weite Zertifizierungskriterien genehmigt
Mit der Verabschiedung einheitlicher Zertifizierungsstandards für die gesamte EU ist ein wichtiger Fortschritt in der Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gelungen. Der Europäische Datenschutzausschuss (EDSA) hat neue Richtlinien für die Zertifizierung von Datenverarbeitern festgelegt, die es Unternehmen erleichtern, ihre Rechtmäßigkeit nachzuweisen. Dieser Schritt ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit an einem verlässlichen Rahmenwerk für Datenschutzzertifizierungen in Europa.
Schon vor Inkrafttreten der DSGVO gab es Datenschutzzertifikate, doch nicht alle garantierten eine vollständige Einhaltung der strengeren Vorgaben der Verordnung. Organisationen, die personenbezogene Daten verarbeiten, waren bereits seit Langem verpflichtet, sicherzustellen, dass ihre Dienstleister den EU-Datenschutzstandards entsprechen.
2022 beschleunigte sich die Entwicklung hin zu einem einheitlichen DSGVO-Zertifizierungssystem. Nach weiterer Ausarbeitung steht nun endlich ein funktionsfähiges Rahmenwerk in der gesamten EU zur Verfügung. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Europäische Datenschutzsiegel (EuroPriSe), mit dem Unternehmen nachweisen können, dass ihre Datenverarbeitungsprozesse den EU-Rechtsvorschriften entsprechen.
Die EuroPriSe-Zertifizierung umfasst eine unabhängige Prüfung, um die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen zu bestätigen. Nach der Vergabe wird sie im Register der Zertifizierungsmechanismen und Datenschutzsiegel aufgeführt, das vom Europäischen Datenschutzbeauftragten (EDSB) verwaltet wird. Das Siegel unterstützt Unternehmen – insbesondere bei der Auswahl von Cloud-Dienstanbietern –, indem es bestätigt, dass deren Datenverarbeitung den DSGVO-Anforderungen genügt.
Allerdings hat das EuroPriSe auch Grenzen: Es deckt keine internationalen Datentransfers ab und kann nicht als Nachweis für die Konformität bei der Übermittlung personenbezogener Daten außerhalb der EU dienen.
Die neuen Zertifizierungskriterien bieten Unternehmen eine klarere Möglichkeit, ihre DSGVO-Konformität zu belegen. Da das EuroPriSe nun im offiziellen Register gelistet ist, können sich Unternehmen auf eine standardisierte Methode stützen, um ihre Datenverarbeitungspraktiken zu überprüfen. Diese Entwicklung vereinfacht zwar Compliance-Prüfungen, lässt internationale Datentransfers jedoch weiterhin außer Betracht.






