Frauenfilmfestival feiert kollektiven Widerstand und weibliche Solidarität auf der Leinwand
Nina BauerFrauenfilmfestival feiert kollektiven Widerstand und weibliche Solidarität auf der Leinwand
Internationales Frauenfilmfestival (IFFF) Dortmund/Köln setzt Schwerpunkte auf kollektiven Widerstand, Landrechte und weibliche Solidarität
Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund/Köln hat in diesem Jahr Themen wie kollektiven Widerstand, Landrechte und weibliche Solidarität in den Mittelpunkt gerückt. Die diesjährige Ausgabe bot vertiefende Gespräche mit prägenden Persönlichkeiten wie Sophie Maintigneux und Silvia Federici sowie eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Filmen, die soziale Kämpfe und künstlerischen Widerstand erkunden.
Im Fokus der Festivalreihe "Gemeinschaftsland" (Common Land) standen Ressourcen, die von Gemeinschaften und nicht von Einzelpersonen verwaltet werden. Die Filme dieses Programms – darunter die Dokumentarfilme "Unser Land, unsere Freiheit" (Our Land, Our Freedom) und "Ôrí" – setzten sich mit dem Widerstand gegen Kolonialismus und Landenteignung auseinander. Die Werke zeigten, wie Landbesetzungen als Auslöser für breitere soziale Bewegungen fungieren können.
Sophie Maintigneux, Professorin an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB), nahm an einem ausführlichen Gespräch über ihren Werdegang teil. Sie erinnerte sich an ihre Anfänge als eine von nur drei Kamerafrauen in Frankreich, wo sie unter anderem mit Éric Rohmer zusammenarbeitete. Bekannt für ihr Engagement, sprach Maintigneux auch über ihre anhaltenden Bemühungen, die Sichtbarkeit und Arbeitsbedingungen von Frauen in der Filmbranche zu verbessern.
Ein weiterer Höhepunkt war ein per Videolink geführtes Gespräch mit der Autorin Silvia Federici, bekannt durch "Caliban und die Hexe". Sie erörterte die historischen Verbindungen zwischen ursprunglicher Akkumulation, der Unterdrückung von Frauen und Hexenverfolgungen. In der Diskussion mit der Filmemacherin Athina Rachel Tsangari ging es zudem um Botanik und Landbesetzungen als Instrumente zur Organisation neuer sozialer Bewegungen.
Im Spielfilmwettbewerb des Festivals wurden Werke wie "Nunkui" und "Gott wird nicht helfen" gezeigt, die beide Geschichten weiblicher Solidarität und Widerstandskraft erzählen. Zudem wurde Gabriele Stötzers Kurzfilm "Veitstanz/Feixtanz" aus den 1980er-Jahren als öffentliche Open-Air-Tanzperformance in Köln neu inszeniert.
Federici äußerte sich auch leidenschaftlich über ihre Begeisterung für den Dokumentarfilm, den sie für seine kreative Freiheit und ethische Verantwortung lobte. Das Genre bezeichnete sie als essenziellen Raum, um herrschende Erzählungen herauszufordern.
Das Festival brachte Filmemacher:innen, Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen zusammen, um sich mit kollektivem Handeln und künstlerischem Widerstand auseinanderzusetzen. Durch Filmvorführungen, Performances und Diskussionen unterstrich es die Rolle des Kinos bei der Dokumentation von Kämpfen um Land, Geschlechtergerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit. Die Veranstaltung betonte, wie zentral Solidarität – sowohl im Filmemachen als auch in politischen Bewegungen – ist.






