29 April 2026, 14:11

Gewalt am Arbeitsplatz: Wie Gelsenkirchen mit lokalen Netzwerken gegen Aggressionen kämpft

Plakat für das Sexual Assault Prevention & Response-Programm des Navy Medicine Readiness & Training Command Bremerton, das uniformierte Personen vor einem Gebäude mit der Aufschrift "Respect, Protect, Empower" zeigt.

Gewalt am Arbeitsplatz: Wie Gelsenkirchen mit lokalen Netzwerken gegen Aggressionen kämpft

Gewalt am Arbeitsplatz in verschiedenen Berufen stand im Mittelpunkt einer Online-Veranstaltung am Dienstag, dem 8. Juli 2025. Das Präventionsnetzwerk #SicherImJob veranstaltete eine Diskussionsrunde unter dem Titel "SAFE HOUR", bei der es darum ging, wie lokale Netzwerke Aggressionen in Schulen, Krankenhäusern und im Straßenbau besser bekämpfen können. Fachleute aus Bildung, Gesundheitswesen und öffentlichem Dienst berichteten von ihren Erfahrungen und präsentierten Lösungsansätze für einen besseren Schutz der Beschäftigten.

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Ulrike Purz, Schulleiterin der Gesamtschule Buer-Mitte, schilderte einen besorgniserregenden Anstieg von Drohungen und verbalen Angriffen an Schulen. Sie betonte, dass alltägliche Respektlosigkeit und Aggressionen die Lehrkräfte stark belasten und das Lernklima nachhaltig stören würden.

Dr. Norman Hecker, Chefarzt am Evangelischen Klinikum Gelsenkirchen, wies auf ähnliche Herausforderungen in Notaufnahmen hin. Das Personal sehe sich regelmäßig sowohl verbalen Beleidigungen als auch körperlichen Übergriffen ausgesetzt – eine zusätzliche Belastung in einem ohnehin anspruchsvollen Berufsfeld.

Dr. Sascha Kaiser, Direktor bei Strassen.NRW, berichtete über Konflikte im Straßenbau. Tätigkeiten wie Vegetationsrückschnitt oder die Absicherung von Baustellen führten häufig zu Auseinandersetzungen mit Passanten, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gefahr brächten.

Christian Bredau von der Kriminalpräventiven Beratungs- und Opferhilfestelle der Polizei Gelsenkirchen gab praktische Hinweise zum Umgang mit gewalttätigen Vorfällen. Er unterstrich die Bedeutung von Prävention, Nachsorge und klaren betrieblichen Schutzmaßnahmen. Die Runde war sich einig: Nachhaltige Gewaltprävention gelinge nur durch branchenübergreifende Zusammenarbeit.

Gelsenkirchen hat bereits konkrete Schritte zur besseren Vernetzung unternommen. Dazu zählen ein "Runder Tisch Gewaltprävention" für Schulen, polizeiliche Schulungen für Straßenbauarbeiter sowie abgestimmte Reaktionsstrategien bei Vorfällen. Ziel ist ein einheitliches Vorgehen gegen Aggressionen.

Die Veranstaltungsreihe "SAFE HOUR" wird fortgesetzt; weitere Termine sind auf der Website *www.safeatwork.nrw zu finden. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 49 251 275 1125 oder per E-Mail an [email protected] an #SicherImJob* wenden.

Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen bei der Bekämpfung von Arbeitsplatzgewalt ist. Durch den Ausbau lokaler Netzwerke und den Austausch von Ressourcen arbeiten Gelsenkirchener Einrichtungen daran, sicherere Arbeitsbedingungen für ihre Beschäftigten zu schaffen. Weitere Dialogformate und Schulungen sollen die Initiativen vertiefen.

Quelle