Glasfaserausbau in Deutschland beschleunigt – doch fehlen die Kunden für den Erfolg?
Nina BauerGlasfaserausbau in Deutschland beschleunigt – doch fehlen die Kunden für den Erfolg?
Deutschlands Vorstoß für schnelleres Internet nimmt Fahrt auf: Durch zahlreiche Partnerschaften wird der Ausbau von Glasfasernetzen im ganzen Land vorangetrieben. Neue Vereinbarungen zwischen Telekommunikationsunternehmen, lokalen Anbietern und regionalen Behörden bringen Hochgeschwindigkeitsinternet zu Hunderttausenden Haushalten. Doch der Erfolg dieser Projekte steht und fällt damit, ob genug Kunden gewonnen werden können, um die Kosten zu decken und Gewinne zu erzielen.
In Duisburg hat Westconnect ein 100 Kilometer langes Glasfasernetz fertiggestellt, das nun über 1.900 Haushalte in sechs Stadtteilen verbindet. Gleichzeitig arbeiten 1&1 Versatel und Duisburg CityCom (DCC) zusammen, um die Dienste von 1&1 über das FTTH-Netz (Glasfaser bis in die Wohnung) von DCC anzubieten – damit erreichen sie über 25.000 Adressen in der Stadt.
Auch anderswo gibt es Fortschritte: NetCom BW und die Deutsche Telekom kooperieren, um VDSL-Anschlüsse für rund 100.000 Haushalte bereitzustellen. Dafür nutzen sie das FTTC-Netz (Glasfaser bis zum Verteilerkasten) von EnBW, um schnellere Verbindungen zu ermöglichen. In Norddeutschland hat das Joint Venture Glasfaser Nordwest – eine Partnerschaft von Telekom und EWE – mit den Stadtwerken Osnabrück eine Zusammenarbeit gestartet, um über 90.000 Haushalte in Osnabrück und Wallenhorst zu versorgen.
Auch das Saarland macht Fortschritte: OXG, Vodafone und die Landesregierung haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um FTTH-Anschlüsse für 51.700 Haushalte in Saarbrücken und Völklingen auszubauen. Diese Kooperationen folgen einem Open-Access-Modell, das den Wettbewerb stärken, die Preise senken und mehr Kunden für Netzbetreiber und Dienstleister gewinnen soll.
Bundesweit nimmt der Ausbau an Fahrt auf: Bis Mitte 2025 hatten die Wettbewerber der Telekom laut dem Branchenverband Breko bereits 14,3 Millionen Haushalte mit Glasfaser erschlossen. Ein einzelner Anbieter allein verlegte in diesem Jahr Glasfaserleitungen zu 2,5 Millionen Haushalten. In Frankfurt stieg die Zahl der Glasfaseranschlüsse zwischen 2022 und 2025 im Vergleich zu den Vorjahren um das Zwölffache.
Trotz des rasanten Ausbaus hängt der langfristige Erfolg dieser Netze jedoch von der Kundennachfrage ab. Ohne ausreichend Abonnenten drohen den Betreibern Schwierigkeiten, die Baukosten zu decken oder Gewinne zu erwirtschaften. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob mehr Wettbewerb und sinkende Preise die nötige Nachfrage wecken, um diese Investitionen nachhaltig zu tragen.






