12 March 2026, 10:07

Grüne veröffentlichen altes Hagel-Video – CDU wirft Schmierenkampagne vor

Ein buntes Plakat mit einem blauen Hintergrund und gelben und weißen Buchstaben, die in fetter Schrift "Gewinner" lesen, mit mehreren strahlenden Menschen in der Mitte.

Grüne veröffentlichen altes Hagel-Video – CDU wirft Schmierenkampagne vor

Ein politischer Streit ist entbrannt, nachdem die Grünen-Politikerin Zoe Mayer ein Video veröffentlicht hat, in dem der CDU-Kanzlerkandidat Manuel Hagel umstrittene Äußerungen über ein Teenager-Mädchen macht. Die Aufnahme aus einem Treffen mit der damals 16-jährigen Schülerin Eva im Jahr 2018 hat die Debatte über Wahlkampftaktiken vor den Landtagswahlen 2026 in Baden-Württemberg neu entfacht. Politiker der Union werfen den Grünen eine Schmierenkampagne vor, während Mayer ihre Veröffentlichung als Aufdeckung sexistischen Verhaltens verteidigt.

In dem besagten Video kommentiert Hagel während eines Schulbesuchs Evas "rehbraune Augen". Zoe Mayer verurteilte die Bemerkung als unangemessen, da sie sich auf das Aussehen einer jungen Frau konzentriere. Die Grünen bestehen darauf, dass der Clip sexistische Sprache von Politikern belege, und wiesen CDU-Vorwürfe einer "schmutzigen Kampagnenführung" zurück.

Die CDU hat eine lange Geschichte, Gegner in Wahlkämpfen gezielt anzugreifen. 1994 verhöhnte die Union die SPD, indem sie eine einzelne rote Socke an einer Wäscheleine aufhing – als Symbol für angebliche Unordnung. Konrad Adenauer warf SPD-Politikern einst vor, Gelder aus der DDR erhalten zu haben, ohne Belege vorzulegen. Kürzlich, bei der Bundestagswahl 2025, arbeitete die Partei mit der rechtsextremen AfD an einem gemeinsamen Antrag zur Migrationspolitik zusammen.

Frühere Union-Kampagnen standen auch wegen rassistischer Untertöne in der Kritik. 2000 lehnte der damalige CDU-Chef Jürgen Rüttgers den Plan von Bundeskanzler Gerhard Schröder ab, 20.000 ausländische IT-Fachkräfte anzuwerben, mit den Worten: "Statt Inder sollen unsere Kinder an den Computern sitzen." Ein weiterer umstrittene Vorfall war die falsche Behauptung, Asylbewerber würden deutschen Bürgern Zahnarzttermine wegnehmen. Zudem griff die CDU Persönlichkeiten wie die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf oder den Grünen-Politiker Robert Habeck wegen seines Heizungsgesetzes persönlich an.

Trotz dieser Beispiele gibt es keine bestätigten Fälle, in denen die CDU in vergangenen Wahlkämpfen gezielt sexistische oder diskriminierende Äußerungen eigener Politiker instrumentalisiert hätte, um Gegner zu attackieren. Der aktuelle Konflikt dreht sich weiterhin um Hagels Äußerungen von 2018 und die Entscheidung der Grünen, sie jetzt wieder aufzugreifen.

Der Streit unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Grünen und CDU über die Ethik im Wahlkampf. Während Hagels Aussagen nun unter die Lupe genommen werden, weist die Union Vorwürfe strukturellen Sexismus in ihrer Strategie zurück. Beide Seiten liefern sich einen öffentlichen Schlagabtausch, während die Landtagswahlen 2026 näher rücken.

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