28 June 2026, 14:04

Humboldt Forum: Berlins prunkvolles Prestigeprojekt bleibt ein Fremdkörper

Humboldt Forum feiert 5. Geburtstag

Humboldt Forum: Berlins prunkvolles Prestigeprojekt bleibt ein Fremdkörper

Das Humboldt Forum in Berlin bleibt fünf Jahre nach seiner Eröffnung umstritten

Fünf Jahre nach seiner Eröffnung sorgt das Humboldt Forum in Berlin weiterhin für Diskussionen. Seine prunkvolle Architektur und kulturellen Ambitionen haben bei den Berlinerinnen und Berlinern noch nicht wirklich Anklang gefunden. Kritiker werfen dem Projekt vor, zu wenig mit der lokalen Bevölkerung verbunden zu sein und vor allem Touristen statt Einheimische anzuziehen.

Unter der kuppelgekrönten Silhouette des Forums beherbergt es heute das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst. Doch der Komplex kämpft noch immer mit dem Ruf, ein unnahbares Denkmal preußischer Pracht zu sein – finanziert von vermögenden konservativen Spendern. Seine Architektur mit ihren Rolltreppen und betonlastigen Weiten überstrahlt oft das kulturelle Programm im Inneren.

Zwar setzt das Forum mit seinen Veranstaltungen durchaus aktuelle Themen wie den Rückgang demokratischer Werte oder globale Ungerechtigkeit auf die Agenda. Sarah Ama Duahs Performance to build to bury to remember etwa hinterfragt kolonialistische Perspektiven, indem sie Exponate als lebendige, autonome Wesen inszeniert. Doch solche Ansätze haben das öffentliche Bild bisher kaum verändert. Viele sehen im Humboldt Forum nach wie vor ein zu kolonial geprägtes, zu palastartiges und von Berlins Identität entfremdetes Projekt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Bau selbst hat zudem die Debatten über Raubkunst, Restitution und koloniale Gewalt beschleunigt. Im vergangenen Jahr zählte das Forum 634.000 Besucher – ein Bruchteil der 13 Millionen des Louvre. Trotz eines ansprechenden Veranstaltungsprogramms bleibt das Publikum mehrheitlich touristisch geprägt.

Die Zukunft des Humboldt Forums hängt davon ab, ob es die Kluft zwischen seinem anspruchsvollen Programm und seiner physischen Präsenz überbrücken kann. Die Besucherzahlen und das öffentliche Image deuten darauf hin, dass es noch nicht wirklich Teil des Berliner Kulturlebens geworden ist. Die Auseinandersetzung mit den kolonialen Erblasten bleibt eine unvollendete Aufgabe.

Quelle