15 March 2026, 04:05

Illegales Abfallnetzwerk in NRW: 23.000 Tonnen Giftmüll aufgedeckt

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melden Sie illegale Müllablagerungen und Verschmutzungen", mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Illegales Abfallnetzwerk in NRW: 23.000 Tonnen Giftmüll aufgedeckt

Ein Abfallhändler aus Unna sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt, nachdem Ermittler ein großangelegtes illegales Entsorgungsnetzwerk aufgedeckt haben. Der Mann, der sich angeblich als "freiberuflicher Berater" für ein Recyclingunternehmen ausgab, wird der Betrugsdelikte, der unerlaubten Handhabung gefährlicher Abfälle und des Betriebs nicht genehmigter Deponien beschuldigt. Die Behörden verfolgen das kriminelle Netzwerk bereits seit über 18 Monaten.

Die Ermittlungen begannen, nachdem in Nordrhein-Westfalen verdächtige Abfallaktivitäten gemeldet worden waren. Der Beschuldigte und seine Komplizen sollen gefährliche Abfälle angenommen, mit ungiftigen Materialien vermischt und falsch deklariert haben, um Kunden und Behörden zu täuschen. Über 23.000 Tonnen belasteter Erde wurden illegal auf einem Gewerbegelände in Selfkant nahe der niederländischen Grenze abgeladen, eine ähnliche Menge fand sich in Kiesgruben in Kamp-Lintfort.

Bei Durchsuchungen des Anwesen des Verdächtigen wurden 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände in seinem Auto sichergestellt. Der Mann ist vorbestraft, unter anderem wegen Bestechung und Steuerhinterziehung, und stand bereits in Verbindung mit einem Fall um die BP-Raffinerie in Gelsenkirchen.

Die Untersuchungen haben sich inzwischen auf mehrere Abfallentsorgungs-, Transport- und Baufirmen ausgeweitet, die unter Verdacht stehen, in die Machenschaften verwickelt zu sein. Auch Standorte wie der Tagebau Garzweiler werden überprüft. Unterdessen leitet die Stadtverwaltung Gelsenkirchen rechtliche Schritte ein, um Hersteller und Lieferanten gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz für die ordnungsgemäße Abfallentsorgung zur Verantwortung zu ziehen.

Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen der Behörden, gegen illegale Abfallgeschäfte in der Region vorzugehen. Die Ermittler prüfen weiterhin das Ausmaß der Aktivitäten des Netzwerks, doch bisher wurden keine weiteren Unternehmen öffentlich benannt. Der Hauptverdächtige bleibt wegen seiner mutmaßlichen Rolle in dem System unter Beobachtung.

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