KitschKrieg: Wie ein deutsches Duo mit German Engineering die Elektronik-Szene aufmischt
Ben KönigKitschKrieg: Wie ein deutsches Duo mit German Engineering die Elektronik-Szene aufmischt
Das deutsche Elektronik-Duo KitschKrieg macht mit seinem unverwechselbaren Sound und Ästhetik von sich reden. Ihre Musik verbindet internationale Einflüsse mit einem schlichten, minimalistischen Stil, während ihre visuellen Arbeiten durch scharfe Kontraste und Schwarz-Weiß-Prägung bestachen.
KitschKrieg besteht aus zwei Kernmitgliedern, wobei Awhodat für Fotos und Videos verantwortlich zeichnet. Ihr Look ist clean und monochrom – passend zur Präzision ihrer Klänge. In ihren Tracks bedienen sie sich oft Samples von Künstlern wie Blümchen oder Kraftwerk und verleihen ihnen so eine nostalgisch-modern anmutende Note.
Die beiden letzten Alben der Gruppe tragen jeweils den Titel German Engineering und entstanden in Zusammenarbeit mit internationalen Musikern. Für das Duo ist der Slogan „Made in Germany“ eher ein spielerisches Meme als ein nationaler Anspruch. Ihr Sound speist sich stark aus Reggae, Dancehall und afrikanischer Clubmusik – ein deutlicher Kontrast zur klassischen deutschen Poptradition.
Mit dem Album Gut Genug erregten sie internationales Aufsehen und spiegeln damit wider, wie Streaming die Popmusik globalisiert hat. Kritiker vergleichen ihre flachen, funktionalen Beats mit den Werken von Paul Kalkbrenner. Die deutschen Texte des Rappers Baran Kok über Rave-Kultur passen häufig zu ihren Instrumentals.
KitschKriegs Musik wirkt akribisch durchkomponiert, entzieht sich aber engen Genre-Schubladen. Ihre globalen Einflüsse und die ironisch gebrochene Markenführung helfen ihnen, sich in der überfüllten Elektronik-Szene abzuheben. Durch Streaming-Plattformen hat ihre Reichweite längst die Grenzen Deutschlands überschritten.
