Klimakompensation scheitert oft – nur 12 Prozent der Zertifikate wirken wirklich
Finn HoffmannKlimakompensation scheitert oft – nur 12 Prozent der Zertifikate wirken wirklich
Klimakompensationsprojekte geraten zunehmend in die Kritik – nur ein Bruchteil reduziert tatsächlich Emissionen
Eine aktuelle Analyse zeigt, dass lediglich 12 Prozent der bestehenden CO₂-Zertifikate tatsächlich zur Verringerung von Treibhausgasen beitragen. Gleichzeitig kämpfen groß angelegte Aufforstungsinitiativen wie Afrikas Große Grüne Mauer mit Herausforderungen in trockenen Regionen, wo das Potenzial zur Kohlenstoffbindung gering bleibt.
Die Forstwirtschaft spielt eine zentrale Rolle im Klimaschutz, da Bäume CO₂ aufnehmen und speichern können. Doch die genaue Messung dieser Speicherung gestaltet sich schwierig – Fachleute fordern bessere Methoden. Viele Kompensationsprojekte setzen mittlerweile auf Baumpflanzungen in Gebieten mit historisch geringem Baumbestand, darunter auch semi-aride und aride Zonen.
Die Große Grüne Mauer (GGW) in der afrikanischen Sahelzone soll bis 2030 auf 100 Millionen Hektar degradiertes Land wiederherstellen. Bei Erfolg könnte sie 250 Millionen Tonnen CO₂ binden. Doch die Fortschritte bleiben hinter den Zielen zurück: Geringe Überlebensraten der Setzlinge bremsen die Aufforstung aus.
Dass die GGW in trockenen und halbtrockenen Gebieten liegt, schränkt ihr Potenzial zur Kohlenstoffspeicherung zusätzlich ein. Bäume in solchen Klimazonen wachsen oft schlecht und können daher weniger Emissionen binden. Zudem fehlt der GGW-Kohlenstoffbank die notwendige institutionelle Unterstützung, um einen verlässlichen CO₂-Markt aufzubauen.
Da nur ein kleiner Teil der Klimakompensationen tatsächlich Emissionen reduziert, steht die Wirksamkeit von Aufforstungsprojekten infrage. Die ehrgeizigen Ziele der Großen Grünen Mauer scheitern an harter Klimarealität und schwacher Infrastruktur. Ohne präzisere Messverfahren und stärkere institutionelle Rahmenbedingungen könnte ihr Beitrag zur CO₂-Speicherung begrenzt bleiben.






