Krefeld will bis 2026 Ganztagsbetreuung für alle Erstklässler garantieren – doch Hürden bleiben
Sophia FrankeKrefeld will bis 2026 Ganztagsbetreuung für alle Erstklässler garantieren – doch Hürden bleiben
Krefeld treibt die Pläne voran, bis zum Schuljahr 2026/27 eine ganztägige Betreuung für alle Erstklässler zu garantieren. Die Bemühungen der Stadt sind Teil umfassender Reformen in Nordrhein-Westfalen, wo das Land seit 2018 die Nachmittagsbetreuung ausbaut. Doch finanzielle Sorgen und logistische Hürden bleiben zentrale Herausforderungen für die Kommunalverantwortlichen.
Der Vorstoß für eine vollumfängliche Ganztagsbetreuung begann, nachdem das Land 2018 den Ganztagserlass einführte. Demzufolge waren Städte wie Krefeld verpflichtet, das Nachmittagsangebot auszuweiten und kooperierten dafür mit Wohlfahrtsverbänden, um Kapazitäten zu schaffen. Seit dem Schuljahr 2018/19 hat die Stadt jährlich 15 Betreuungsgruppen hinzugefügt und die Zahl der Ganztagsplätze von 3.058 auf 5.862 erhöht – genug für 64 Prozent der anspruchsberechtigten Kinder.
Nun liegt das Ziel bei einer Abdeckung von 80 Prozent für alle Grundschulkinder. Um die Nachfrage zu decken, könnte die Gruppengröße um bis zu zwei Kinder erhöht werden. Für Schulen, die keine vollständige Verpflegung anbieten können, wird als Übergangslösung eine Betreuung bis 14 Uhr in Betracht gezogen.
Doch die Finanzierung bleibt ein großes Problem. Stadtdirektor Markus Schön warnte, dass die Kommune die Hälfte der Betriebskosten tragen müsse, ohne dass es eine klare landesweite Regelung zur Finanzierung gebe. Krefeld hat sich daher mit anderen NRW-Städten einer Klage gegen das Land angeschlossen, um die mangelnde finanzielle und organisatorische Unterstützung anzufechten. Ein Urteil steht noch aus.
Die Umsetzung der Vorgabe erfolgt schrittweise: Ab 2026/27 beginnt sie mit den Erstklässlern, bevor sie in den folgenden Jahren auf die höheren Jahrgänge ausgeweitet wird.
Ob Krefelds Plan zum Ausbau der Ganztagsbetreuung gelingt, hängt davon ab, ob die finanziellen Streitigkeiten und logistischen Engpässe überwunden werden. Zwar hat die Stadt ihre Kapazitäten bereits erhöht, doch es bestehen weiterhin Lücken bei Personal und Räumlichkeiten. Das Ergebnis des laufenden Rechtsstreits könnte in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen, wie das Programm finanziert und umgesetzt wird.