03 April 2026, 08:06

Letzte Stunden des "Sündenwalds": Räumung droht trotz jahrelangem Protest

Eine Gruppe von Menschen, die einen Waldweg entlanggehen, einige tragen Taschen und einer hält ein Plakat mit einem Personenbild, mit Stufen und Geländern im Hintergrund.

Letzte Stunden des "Sündenwalds": Räumung droht trotz jahrelangem Protest

Der letzte verbliebene Abschnitt des "Sündenwalds" in Manheim soll in den kommenden Tagen gerodet werden. Seit 2024 besetzen Aktivistinnen und Aktivisten das Gelände und verhinderten so bisher alle Versuche der Räumung. Nun, da die Stadt Kerpen ab dem 6. Oktober ein striktes Betretungsverbot durchsetzt, steigt die Spannung vor der geplanten Aktion.

Der etwa ein Hektar große Wald ist seit Jahren ein Konfliktpunkt. 2024 verschanzten sich Aktivisten in den Bäumen und verhinderten so die vollständige Abholzung. Im Sommer 2025 lebten Protestierende in Baumhäusern, um ihre Präsenz aufrechtzuerhalten.

Fünf Aktivistengruppen haben sich öffentlich gegen die Rodung ausgesprochen. Zu ihren Aktionen zählen eine Demonstration vor dem Rathaus am 15. März 2026, eine Online-Petition mit 12.000 Unterschriften sowie eine am 20. März 2026 eingereichte Klage. Seit dem 25. März gibt es ein Blockadecamp, unterstützt durch Medienkampagnen und Social-Media-Aktionen.

Das Waldstück liegt auf einem Gelände, das dem Energiekonzern RWE gehört. Das Unternehmen benötigt den Boden für sein Projekt "Wasser voran", das 2030 starten soll. Fast 250 Millionen Kubikmeter Erde aus Manheim sollen genutzt werden, um Halden zu einebnen und geplante Seen anzulegen. RWE und die Stadt Kerpen unterzeichneten 2023 eine Nachhaltigkeitsvereinbarung, um ihre Zusammenarbeit zu stärken.

Kerpen hat nun ein Betretungsverbot für alle Außenstehenden verhängt, bis die Räumung abgeschlossen ist. Noch halten sich etwa fünf bis zehn Aktivisten im Wald auf, weitere Unterstützer sind bereit, Widerstand zu leisten. Die Protestbewegung ruft zu Sachspenden wie Lebensmitteln und Kleidung auf und wird am 6. Oktober um 11:00 Uhr eine Pressekonferenz abhalten.

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Die Abholzung des "Sündenwalds" ist Teil eines größeren Vorhabens, für das enorme Mengen an Erde benötigt werden. Während die Stadt das Betretungsverbot durchsetzt und die Aktivisten sich weigern zu gehen, bleibt die Lage angespannt. Der Ausgang wird zeigen, ob der verbliebene Wald gerodet wird oder ob der Widerstand den Prozess weiter verzögert.

Quelle