Moers bewahrt jüdische Geschichte mit neuer Broschüre vor dem Vergessen
Finn HoffmannMoers bewahrt jüdische Geschichte mit neuer Broschüre vor dem Vergessen
Neue Broschüre "Spuren jüdischen Lebens" in Moers erschienen – ein Zeugnis schwindender Geschichte
In Moers ist eine neue Broschüre mit dem Titel "Spuren jüdischen Lebens" veröffentlicht worden, die die fast verlorene jüdische Vergangenheit der Stadt beleuchtet. Die Veröffentlichung fällt mit der offiziellen Übernahme einer Schirmherrschaft durch Bürgermeisterin Julia Zupancic zusammen, die sich damit noch stärker für die Erinnerungskultur und den Kampf gegen Antisemitismus engagiert. Moers, einst Heimat einer blühenden jüdischen Gemeinde, zählt nach der Schoa heute kaum noch jüdische Einwohnerinnen und Einwohner.
Herausgegeben wurde die Broschüre von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Moers. Sie gibt einen Überblick über zentrale Aspekte der lokalen jüdischen Geschichte – von den Anfängen der Gemeinde über die ehemalige Synagoge und die Stolpersteine bis hin zu den Deportationen, die das jüdische Leben in der Stadt auslöschten. Erhältlich ist die Publikation für drei Euro in öffentlichen Gebäuden in ganz Moers.
Bürgermeisterin Zupancic hat nun offiziell die Schirmherrschaft über die Gesellschaft übernommen und unterstreicht damit ihr Bekenntnis, das jüdische Erbe zu bewahren und Antisemitismus entgegenzutreten. Die Organisation arbeitet eng mit Schulen zusammen, um junge Menschen aufzuklären. Federführend sind dabei der Lehrer Daniel Schirra und der ehemalige Schüler Julian Müller, deren Engagement dafür sorgt, dass die nächste Generation die Vergangenheit Moers' nicht vergisst.
Die Gesellschaft pflegt zudem enge überregionale Kontakte, die bereits dazu beitrugen, die renommierte Buber-Rosenzweig-Medaille in die Stadt zu holen. Mit der neuen Broschüre setzt sie ihre Mission fort, das Andenken an die jüdische Gemeinde Moers wachzuhalten.
Die Veröffentlichung der Broschüre und das Engagement der Bürgermeisterin markieren eine erneute Konzentration auf die jüdische Geschichte der Stadt. Da kaum noch sichtbare Spuren der Gemeinde existieren, soll das Projekt das Verbliebene dokumentieren. Schulen und öffentliche Einrichtungen werden eine Schlüsselrolle dabei spielen, dieses Wissen an die Bevölkerung weiterzugeben.






