Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Crash in NRW mit Rekordzahlen
Sophia FrankeMönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Crash in NRW mit Rekordzahlen
Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen auf 14-Jahres-Tief – nur Mönchengladbach stemmt sich gegen den Trend
Der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken: Die Fertigstellungen gingen um 9,4 Prozent zurück. Im gesamten Bundesland wurden im vergangenen Jahr nur noch 37.185 Wohnungen errichtet, während die Zahl der Baugenehmigungen seit 2020 um 27,4 Prozent einbrach. Eine Ausnahme bildet Mönchengladbach – die Stadt steigerte ihre Bauleistung im gleichen Zeitraum fast auf das Dreifache.
Hinter dem bundesweiten Rückgang im Wohnungsbau stehen gestiegene Kreditzinsen und explodierende Materialkosten. In Nordrhein-Westfalen sank die Neubaurate auf nur noch 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner. Auch die Zahl der genehmigten Bauvorhaben ist seit 2020 landesweit deutlich geschrumpft.
Mönchengladbach geht eigene Wege Die Stadt am Niederrhein hat jedoch einen anderen Kurs eingeschlagen. 2023 startete sie die „Initiative Wohnungsbau“, in deren Rahmen 43 Millionen Euro in die städtische Wohnungsbaugesellschaft WohnBau flossen. Die Investition zeigt Wirkung: 2025 wurden in Mönchengladbach 758 Wohnungen fertiggestellt – fast dreimal so viele wie im Vorjahr.
Mit einer Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner liegt die Stadt damit auf Platz drei unter den kreisfreien Städten und 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Die Baugenehmigungen stiegen um 73,6 Prozent – ein Wert, der den NRW-weiten Trend bei Weitem übertrifft. Zudem bewilligte die Stadt 43,2 Millionen Euro an Wohnungsbauförderung für 218 Wohneinheiten und erreichte damit fast den Rekordwert von 2024.
Oberbürgermeister Felix Heinrichs führt den Erfolg auf konsequente Stadtplanung und zielgerichtete politische Weichenstellungen zurück. Während andere Regionen kämpfen, hält Mönchengladbach mit seinem Ansatz die Bautätigkeit aufrecht.
Lokale Strategien als Gegenmittel zur Krise Während der Wohnungsmarkt in Nordrhein-Westfalen weiter an Fahrt verliert – mit rückläufigen Genehmigungen und Fertigstellungen –, setzt Mönchengladbach auf direkte Investitionen und gezielte Fördermittel. Die Bilanz für 2025 beweist: Mit kommunalem Engagement lassen sich branchenspezifische Herausforderungen bewältigen.






