30 April 2026, 18:09

Münsteraner Mieter fürchten drastische Heizkosten durch neue Wärmepumpen-Pläne

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Münsteraner Mieter fürchten drastische Heizkosten durch neue Wärmepumpen-Pläne

Mieter in Münster müssen nach Plänen für neue Wärmepumpen mit stark steigenden Heizkosten rechnen. Die Umstellung ist Teil einer breiter angelegten Modernisierung der Heizsysteme – doch Anwohner wie Ines Rodriguez erwarten nun jährliche Mehrkosten von 806 Euro. Unterdessen hat der Wohnungsanbieter LEG seine Modernisierungspläne nach Kritik und rechtlichen Bedenken vorerst gestoppt.

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Ausgelöst wurde die Debatte, als LEG die Heizungsmodernisierung in seinen Münsteraner Immobilien vorantreiben wollte. Im Rahmen des neuen Contracting-Modells sollten Mieter eine feste monatliche Gebühr zahlen – mit drastischen Folgen für ihre Ausgaben. Bei Ines Rodriguez etwa stieg die voraussichtliche Jahresabrechnung für Heizkosten von 1.680 auf 2.486 Euro.

LEG räumte ein, dass die Berechnungsmethode für diese Kosten noch verfeinert werde. Zudem gab das Unternehmen zu, dass pauschale Abgaben nicht einheitlich auf alle Objekte angewendet werden könnten. Angesichts dieser Unsicherheiten setzte LEG seine Modernisierungsvorhaben nach einem Bericht des NDR aus, der die finanzielle Belastung der Mieter thematisierte.

Kritiker werfen dem aktuellen Rechtssystem vor, Mieter nicht ausreichend vor solchen Preissprüngen zu schützen. Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen verurteilte das Vorgehen von LEG, insbesondere die Nutzung von Wärmepumpen-Contracting für einzelne Wohnungen. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) bietet Mietern keinen Schutz vor steigenden Kosten in solchen Verträgen. Vermieter können sogar eigene Tochterfirmen gründen, um Wärmepumpen-Dienstleistungen anzubieten – und so Ausschreibungen umgehen.

Der Bundesverband Wärmepumpe verteidigt Contracting als gültiges Modell, selbst für Gewerbeimmobilien und Einfamilienhäuser. Doch der Deutsche Mieterbund fordert nun dringend gesetzliche Nachbesserungen, um zu verhindern, dass Mieter die Hauptlast der Wärmewende tragen müssen.

Die vorläufige Aussetzung der LEG-Pläne bringt den Münsteraner Mietern zwar eine Atempause. Ohne Änderungen im Gesetz könnten ähnliche Kostenexplosionen jedoch bundesweit auf Mieter zukommen. Der Streit zeigt, wie schwierig es ist, energetische Sanierungen mit bezahlbarem Wohnraum in Einklang zu bringen.

Quelle