22 March 2026, 20:15

Nowruz in Berlin: Wie Tradition und Widerstand das persische Neujahrsfest prägen

Plakat für das Zwölfte Deutsche Turnfest Leipzig 1913, das eine zentrale Personengruppe und Texte mit Veranstaltungseinzelheiten zeigt.

Nowruz in Berlin: Wie Tradition und Widerstand das persische Neujahrsfest prägen

Berlin bereitet sich auf Nowruz vor – das persische Neujahrsfest zwischen Tradition und Widerstand

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Berlin steht kurz vor den Feierlichkeiten zu Nowruz, dem alten persischen Neujahrsfest, das mit einer Reihe von Veranstaltungen seine kulturelle und politische Bedeutung in den Mittelpunkt stellt. Das Fest, das weltweit von über 300 Millionen Menschen begangen wird, fällt in eine Zeit, in der viele Gemeinschaften mit Unsicherheit und Unterdrückung konfrontiert sind. Die Organisator:innen haben die diesjährigen Feiern bewusst so gestaltet, dass sie sowohl Tradition als auch Widerstand widerspiegeln – mit einem besonderen Fokus auf iranische und afghanische Perspektiven.

Die Veranstaltungen finden an verschiedenen Orten statt, darunter das Haus der Kulturen der Welt und das Humboldt Forum, das Nowruz in diesem Jahr erstmals ausrichtet. Sieben Berliner Vereine haben sich zusammengeschlossen, um kurdische, usbekische, iranische, afghanische und zentralasiatische Traditionen in einem interkulturellen Fest für Familien und Besucher:innen zu vereinen.

Nowruz, eine 3.000 Jahre alte Tradition, die 2010 von der UN anerkannt wurde, hat für Gemeinschaften von Iran und Afghanistan bis zu den Balkanstaaten und Zentralasien eine tiefe Bedeutung. In diesem Jahr rückt das Haus der Kulturen der Welt die persische Kultur in den Vordergrund – Kuratorin Ava Irandoost legt dabei besonderen Wert auf Künstlerinnen und die Rolle des Festes als Akt des Widerstands. Im Iran wird Nowruz seit fast fünf Jahrzehnten vom islamischen Regime unterdrückt, weshalb seine Feier im Ausland zu einem Symbol kulturellen Überlebens wird.

Die Nowruz-Veranstaltung im Humboldt Forum, Teil des jährlichen Programms "Beziehungen: Familie", bietet traditionelle Aktivitäten wie Drachenbau, Eierbemalen und Tänze. Live-Auftritte reichen von klassischer Musik bis zu kurdischem Rock und verbinden alte und neue Traditionen. Auch das Gorki Theater und der Oranienplatz beteiligen sich mit eigenen Feiern, sodass das Fest in verschiedenen Stadtteilen präsent ist.

Die Organisator:innen sind sich der schwierigen Umstände bewusst, unter denen viele Familien – insbesondere aus Iran und Afghanistan – derzeit leben. Die Podiumsdiskussion "Nowruz zwischen Schmerz und Hoffnung: Iranische und afghanische Perspektiven" untersucht, wie das Fest trotz Repression eine Quelle der Widerstandsfähigkeit bleibt. Durch die Zusammenführung unterschiedlicher Gemeinschaften sollen die Veranstaltungen eine Tradition ehren, die trotz politischer Einschränkungen in ihren Herkunftsländern weiterlebt.

Die Feierlichkeiten erstrecken sich über ganz Berlin und bieten ein Mix aus kulturellen Darbietungen, Diskussionen und familienfreundlichen Aktivitäten. Für viele Teilnehmer:innen steht Nowruz für mehr als nur den Frühlingsbeginn – es ist ein Symbol der Beharrlichkeit angesichts von Widrigkeiten. Mit Veranstaltungen in großen Häusern und basisdemokratischen Kooperationen zeigt das diesjährige Fest sowohl seine uralten Wurzeln als auch seine ungebrochene Aktualität.

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