20 April 2026, 16:07

NRW führt Punktesystem für ökologische Bewertung von Solarparks ein

Luftaufnahme eines Solarparks mit Panelen, umgeben von Vegetation und Wasser sowie einem Zug auf einer nahen Strecke.

NRW führt Punktesystem für ökologische Bewertung von Solarparks ein

Nordrhein-Westfalen veröffentlicht Leitfaden zur ökologischen Bewertung von Freiflächen-Solarparks

Nordrhein-Westfalen hat einen neuen Leitfaden für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Solaranlagen vorgelegt. Das Dokument führt ein Punktesystem ein, um verschiedene Bereiche innerhalb dieser Anlagen zu klassifizieren. Erstmals werden damit verbindliche Kriterien für solche Bewertungen im Land festgelegt.

Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz (LANUV) entwickelte den Leitfaden, um die Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen in Nordrhein-Westfalen zu standardisieren. Das System reicht von null bis fünf Punkten: Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Bewertung null – das bedeutet, sie erfordern einen vollständigen ökologischen Ausgleich. Teilversiegelte Bereiche, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet.

Die Flächen unter den Solarmodulen schneiden in der Regel ebenfalls mit einem Punkt ab und liegen damit auf einer Stufe mit Schotterwegen. Die Zwischenräume zwischen den Modulreihen werden unterschiedlich bewertet, abhängig vom angestrebten Biotoptyp. Abzüge gibt es, wenn die Planung ökologische Ziele verfehlt.

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Um die Naturverträglichkeit zu verbessern, empfiehlt die Behörde konkrete Maßnahmen: Mindestabstände zwischen den Modulreihen von fünf Metern, eine Aufständerung der Module von mindestens 0,8 Metern über dem Boden sowie eine fundamentfreie Bauweise. Der Leitfaden stößt jedoch bereits auf Kritik. Der Landesarbeitskreis Erneuerbare Energien NRW hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage und bemängelt, dass die Bewertung der Flächen unter und zwischen den Modulen zu niedrig angesetzt sei.

Das Land strebt in den kommenden Jahrzehnten einen deutlichen Ausbau der Photovoltaik-Kapazitäten an. Aktuell liegt die Leistung bei 13,21 Gigawatt, doch die Ziele sehen 21 bis 27 Gigawatt bis 2030 und 50 Gigawatt bis 2040 vor.

Der neue Leitfaden schafft einen Rahmen, um den Ausbau der Solarenergie mit dem ökologischen Schutz in Einklang zu bringen. Entwickler müssen die Kriterien künftig bei der Planung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen beachten. Das Punktesystem legt fest, wie viel Ausgleich für die verschiedenen Bereiche einer Anlage erforderlich ist.

Quelle