07 May 2026, 04:05

NRW-Polizei setzt auf OSINT-Offensive für digitale Ermittlungen

Eine Gruppe von Polizeibeamten sitzt an einem Tisch während einer Schulung, mit Mobiltelefonen und anderen Gegenständen auf dem Tisch, in einem Raum mit Fenstern und Deckenleuchten.

NRW-Polizei setzt auf OSINT-Offensive für digitale Ermittlungen

Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenzen mit großem Open-Source-Intelligence-Schub aus

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitalen Fähigkeiten mit einer umfassenden Offensive im Bereich Open Source Intelligence (OSINT). Ziel der Initiative ist es, die Fähigkeiten der Strafverfolgungsbehörden bei der Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher Onlinedaten zu verbessern. Zur Unterstützung dieses Vorhabens wurden landesweit Schulungsprogramme und spezialisierte Einheiten eingerichtet.

Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat sein OSINT-Team deutlich ausgebaut. Was einst als Zweier-Einheit begann, ist heute eine Abteilung mit 16 Expert:innen, darunter IT-Spezialisten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Fabian Coenen leitet die Abteilung 22.2, die sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität konzentriert.

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Im September 2024 startete das Projekt „Digitale Streife“, um diese Kapazitäten weiter auszubauen. Im Rahmen der Initiative wurden zehn neue Beamte für das LKA eingestellt und in sechs regionalen Polizeibehörden spezialisierte OSINT-Einheiten eingerichtet. Diese Teams übernehmen sowohl routinemäßige Open-Source-Recherchen als auch schnelle Einsatzunterstützung bei dynamischen politischen Ereignissen.

Ein zentraler Baustein der Offensive ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Ausbilder beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, koordiniert das Programm. Er schult neue LKA-Anwärter:innen sowie Beamte, die in den „Digitalen Streifen“-Einheiten im gesamten Bundesland eingesetzt werden. Der Lehrplan ist in zehn Module unterteilt und bietet einen standardisierten Ansatz für Online-Ermittlungen.

Das Programm stellt sicher, dass die Teilnehmer:innen sicher und rechtlich einwandfrei in digitalen Räumen agieren. Die Auszubildenden lernen, Informationen zu beschaffen, ohne Spuren zu hinterlassen – ihre Arbeit wird so sowohl effektiv als auch diskret.

Der Ausbau der OSINT-Fähigkeiten markiert einen bedeutenden Wandel in der Polizeiarbeit Nordrhein-Westfalens. Mit geschulten Spezialist:innen und dedizierten Einheiten ist die Behörde nun besser gerüstet, um Online-Bedrohungen zu überwachen und darauf zu reagieren. Das strukturierte Schulungsprogramm sorgt zudem dafür, dass die Beamten bei digitalen Ermittlungen stets rechtkonform handeln.

Quelle