19 March 2026, 16:09

NRW-Psychotherapeuten protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Blauer Hintergrund mit wei├čer Schrift und einem wei├čem Kreis-Logo mit einer blauen Umrandung, das eine neue Regel zur St├Ąrkung der psychischen Gesundheit umreißt.

NRW-Psychotherapeuten protestieren gegen drohende Honorarkürzungen ab 2026

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Nordrhein-Westfalen (NRW) bereiten sich auf Proteste gegen geplante Honorarkürzungen vor, die für diesen Donnerstag anstehen. Die Demonstrationen finden in mehreren Städten statt, darunter Köln, Düsseldorf und Dortmund. Die für April 2026 vorgesehenen Kürzungen der Erstattungssätze für psychotherapeutische Leistungen haben Besorgnis über die Zukunft der psychischen Gesundheitsversorgung im Land ausgelöst.

Ab dem 1. April 2026 werden die Krankenkassen die Vergütung für psychotherapeutische Behandlungen um 4,5 Prozent senken. Die Psychotherapeutenkammer NRW warnt, dass diese Kürzungen die Versorgungslage weiter verschärfen könnten – insbesondere für Patientinnen und Patienten, die auf die gesetzliche Krankenversicherung angewiesen sind. Aktuell warten diese im Schnitt bereits fünf Monate auf einen Ersttermin.

Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Deutschland verdienen ohnehin weniger als alle anderen Fachärztinnen und Fachärzte. Die finanzielle Belastung könnte noch mehr Behandler dazu bewegen, sich auf Privatpatienten zu konzentrieren, die höhere Honorare zahlen. Dadurch würden noch weniger Therapeuten für gesetzlich Versicherte zur Verfügung stehen.

Ein weiteres drängendes Problem ist der Mangel an Psychotherapie-Plätzen. Nach aktuellen Schätzungen fehlen in Deutschland rund 7.000 kassenärztliche Zulassungen (Kassensitze). In ländlichen Regionen ist die Situation besonders prekär, da veraltete Planungsvorgaben und eine steigende Nachfrage die Lage verschärfen. Zudem können die begehrten Zulassungen teuer sein – einige werden für bis zu 50.000 Euro gehandelt.

Neben den Großstädten werden auch in Essen und Bielefeld Proteste stattfinden. Die Organisatoren argumentieren, dass weitere Honorarkürzungen die Wirtschaftlichkeit der Praxen gefährden und manche Therapeuten sogar zum Berufsausstieg zwingen könnten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die geplante Kürzung der Erstattungssätze um 4,5 Prozent droht, die Krise in der psychotherapeutischen Versorgung NRWs weiter zu verschärfen. Angesichts bereits langer Wartezeiten und eines eklatanten Mangels an zugelassenen Therapeuten könnte der Zugang zu Behandlungen für Patientinnen und Patienten noch schwieriger werden. Die Proteste in dieser Woche unterstreichen die wachsende Verärgerung der Fachkräfte über finanzielle Belastungen und strukturelle Defizite im System.

Quelle