22 March 2026, 18:07

NRW verschärft Schulregeln gegen Gewalt und Disziplinprobleme mit neuen Maßnahmen

Eine Gruppe von Kindern sitzt an Tischen in einem Klassenzimmer, mit Büchern und Stiften auf den Tischen und Papieren an der Wand hinter ihnen.

NRW verschärft Schulregeln gegen Gewalt und Disziplinprobleme mit neuen Maßnahmen

Nordrhein-Westfalen verschärft Regeln gegen Gewalt und Störungen an Schulen

Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen will die Vorschriften zur Bekämpfung von Gewalt und Disziplinproblemen an Schulen verschärfen. Geplant sind neue Maßnahmen, die Lehrkräften und Schulleitungen mehr Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit solchen Vorfällen einräumen. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sicherheitsbedenken: Viele Schulen verzeichnen seit Jahren eine Zunahme aggressiven Verhaltens und von Grenzüberschreitungen.

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Ein aktueller Gesetzentwurf des Schulministeriums sieht erweiterte rechtliche Instrumentarien für Schulen vor. Bei leichteren Verstößen sollen Lehrkräfte künftig Schülerinnen und Schüler in andere Klassen versetzen oder sie vorübergehend vom Unterricht ausschließen können. In schweren Fällen drohen Betroffenen bis zu vierwöchige Verbote für den Besuch bestimmter Fächer, Kurse oder schulischer Veranstaltungen.

Die Reformen ermöglichen zudem sofortiges Handeln in akuten Situationen: Stellt ein Schüler oder eine Schülerin eine ernsthafte Störung oder Gefahr für andere dar, kann die Schulleitung ihn oder sie umgehend von der Schule verweisen. Ziel der Änderungen ist es, sowohl pädagogische als auch disziplinarische Maßnahmen präziser und wirksamer zu gestalten.

Daten unterstreichen die Dringlichkeit der Reformen: Eine Umfrage aus dem Jahr 2023 ergab, dass 73 Prozent der Schulleitungen in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen fünf Jahren mit Gewalt gegen Lehrkräfte konfrontiert waren. Zudem berichteten 66 Prozent der Schulleiterinnen und Schulleiter von einer Zunahme gewalttätiger Vorfälle in diesem Zeitraum – ein höherer Wert als der Bundesschnitt von 60 Prozent. Auch körperliche Angriffe waren im Land häufiger: 43 Prozent der Schulen waren betroffen, verglichen mit 35 Prozent bundesweit.

Das Schulministerium betont, dass es keine Patentlösung für alle Krisenfälle geben könne. Die neuen Regelungen sollen Schulen stattdessen ein breiteres Spektrum an maßgeschneiderten Reaktionsmöglichkeiten an die Hand geben, das auf unterschiedliche Situationen zugeschnitten ist.

Mit den geplanten Änderungen erhalten die Schulen in Nordrhein-Westfalen mehr Werkzeuge, um Gewalt und Störungen einzudämmen. Durch strengere disziplinarische Optionen und schnellere Eingriffsmöglichkeiten hofft das Land, die Sicherheit von Schülerinnen, Schülern und Personal zu verbessern. Die Reformen kommen zu einer Zeit, in der Schulen weiterhin über eine steigende Zahl aggressiver Vorfälle und Grenzverletzungen berichten.

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