Open-Source vs. proprietäre Software: Studie widerlegt alte Sicherheitsmythen
Nina BauerOpen-Source vs. proprietäre Software: Studie widerlegt alte Sicherheitsmythen
Eine neue Studie stellt die langjährige Trennung zwischen Open-Source- und proprietärer Software infrage. Im Auftrag des Open Source Business Alliance durchgeführt, entstand sie unter der Federführung von Forschenden der Universität Bonn. Der unter dem Titel „Vergleichsstudie zur Sicherheit von Open-Source- und proprietärer Software“ veröffentlichte Bericht liefert frische Erkenntnisse zur Softwaresicherheit.
Die Studie argumentiert, dass die traditionelle Unterscheidung zwischen Open-Source- und proprietärer Software nicht mehr haltbar sei. Sicherheit lasse sich demnach nicht allein anhand des Entwicklungsmodells beurteilen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unterstützt diese Einschätzung. Die Behörde stuft Open-Source-Software als mindestens ebenso sicher ein wie proprietäre Alternativen.
Die Forschenden verweisen auf mehrere Vorteile von Open-Source-Software: dazu zählen schnellere Fehlerbehebungen, nutzergenerierte Patches, größere Transparenz und eine geringere Abhängigkeit von einzelnen Anbietern. Zudem betonen sie, dass bei einer Einstellung eines Projekts andere die Entwicklung fortsetzen oder eine neue Version erstellen können.
Allerdings benennt die Studie auch Nachteile. Unregelmäßige Unterstützung und unzureichende Dokumentation können für Nutzer von Open-Source-Software problematisch sein. Proprietäre Software hingegen bietet rechtliche Sicherheit und kalkulierbarere Kosten.
Die Ergebnisse zeigen, dass keines der Entwicklungsmodelle per se eine bessere Sicherheit garantiert. Open-Source-Software bietet Flexibilität und Transparenz, kann aber an konsistenter Unterstützung mangeln. Proprietäre Software sorgt für Stabilität und klare rechtliche Rahmenbedingungen, schränkt jedoch die Nutzerkontrolle ein. Die Studie plädiert für eine differenziertere Bewertung der Softwaresicherheit.
