Platonisches Küssen: Warum Promis wie Scarlett Johansson und Jonathan Bailey damit Grenzen verschwimmen lassen
Finn HoffmannPlatonisches Küssen: Warum Promis wie Scarlett Johansson und Jonathan Bailey damit Grenzen verschwimmen lassen
Platonische Zuneigungsbekundungen in der Öffentlichkeit werden unter Prominenten immer häufiger. Ob auf dem roten Teppich oder in den sozialen Medien – Stars wie Jonathan Bailey, Scarlett Johansson und Cat Deeley teilen mit Freund:innen unromantische Küsse. Diese Momente spiegeln einen gesellschaftlichen Wandel wider, wie Zuneigung zwischen Freund:innen – unabhängig vom Geschlecht – wahrgenommen wird.
In den letzten Jahren haben Prominente platonisches Küssen als natürliche Form der Verbundenheit offen akzeptiert. Schauspieler Jonathan Bailey sprach bereits darüber, Liebe auf vielfältige Weise zu zeigen – auch durch Küsse unter Freund:innen. Sein Kuss mit Scarlett Johansson auf dem roten Teppich bei der Premiere von Jurassic World: Rebirth sorgte für Aufmerksamkeit, doch ihr Ehemann Colin Jost scherzte später, er sehe in Bailey keine Konkurrenz.
Andere Stars zeigen ähnliche Gesten ohne Aufsehen. Hannah Waddingham, Gigi Hadid und Madonna haben ihre besten Freund:innen öffentlich geküsst. Moderatorin Cat Deeley gab ihrer engen Freundin Charlie Brear sogar spielerisch einen Kuss auf den Mund in einem Geburtstagspost und nannte es ein "Mädels-Ritual". Kommunikations-expertin Judi James betont, dass solche Zuneigungsbekundungen in Hollywood mittlerweile alltäglich sind und einen breiteren kulturellen Wandel widerspiegeln.
Wissenschaftler:innen weisen darauf hin, dass Küssen nicht immer romantisch ist. Auch Tiere, darunter Primaten, nutzen ähnliche Gesten, um soziale Bindungen zu stärken und ein Gefühl von Sicherheit zu schaffen. In den vergangenen fünf Jahren haben virale Momente – wie Umarmungen und Küsse bei den Oscars 2023 oder den VMAs 2025 – dazu beigetragen, platonische Zuneigung zu normalisieren. Trends in K-Dramas, auf TikTok und in westlichen Filmen haben ebenfalls die öffentliche Wahrnehmung verändert: Was früher gelegentlich auf Kritik stieß, wird heute weitgehend akzeptiert.
Sogar Colin Jost hat sich dazu geäußert und scherzte, dass das Küssen von Freund:innen vielleicht irgendwann zur Standard-Begrüßung werden könnte. Der Wandel deutet auf eine wachsende Gelassenheit im Umgang mit Zuneigung hin, die nicht an Romantik gebunden ist.
Der Aufstieg des platonischen Küssens unter Prominenten unterstreicht eine kulturelle Entwicklung hin zu offeneren Ausdrucksformen von Freundschaft. Während öffentliche Persönlichkeiten und Medien solche Momente weiterhin zeigen, verschwimmt die Grenze zwischen romantischer und nicht-romantischer Zuneigung zunehmend. Was einst als ungewöhnlich galt, wird heute oft kaum mehr als ein Schulterzucken – oder sogar ein Lachen – quittiert.






