13 March 2026, 18:07

Ramadan-Streit an NRW-Schule: Warum ein Kinderzwist zur Debatte wurde

Ein Plakat mit fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, das "Schulgeschwindigkeit 25 bei Anwesenheit von Kindern" lautet.

Ramadan-Streit an NRW-Schule: Warum ein Kinderzwist zur Debatte wurde

Streit um Ramadan-Fasten sorgt für Aufsehen an NRW-Schule

Ein Konflikt über das Fasten während des Ramadan hat an einer Schule in Nordrhein-Westfalen für Schlagzeilen gesorgt. Der Streit unter Zehnjährigen an der Joseph-Beuys-Gesamtschule in Kleve wurde von der Bild-Zeitung als Auseinandersetzung um religiöse Rücksichtnahme dargestellt. Die Schulleitung hingegen bezeichnet den Vorfall als typischen Kinderstreit und nicht als kulturellen Grabenkampf.

Der Zwist begann im März 2025, als Spannungen zwischen fastenden und nicht fastenden Schülerinnen und Schülern aufkamen. Einige Kinder sollen sich unter Druck gesetzt gefühlt haben, während der Schulzeit zu essen – obwohl die Behörden bestreiten, dass es eine Regel gab, die nicht fastende Kinder zum heimlichen Verzehr von Snacks zwang. Die Bezirksregierung Düsseldorf bestätigte, dass es eine solche Vorschrift nie gegeben habe.

Die Schule reagierte mit einer Klassenratssitzung, um die Meinungsverschiedenheiten zu klären. Sowohl die Schulleitung als auch das Bildungsministerium betonten die Bedeutung eines respektvollen Miteinanders und riefen zu Dialog statt Konfrontation auf.

Die Bild inszenierte den Vorfall unter Schlagzeilen wie "Ramadan-Streit! Schüler sollen Snacks heimlich essen" und "Wie die Schule jetzt zurückrudert" als Teil eines größeren Kulturkampfs. Die Schulverantwortlichen wiesen diese Darstellung zurück und bestanden darauf, dass es sich lediglich um eine kleine Rangelei unter Kindern gehandelt habe.

Als Folge des Vorfalls kündigte die Düsseldorfer Schulbehörde neue Maßnahmen an. Ab April 2025 werden alle Mitarbeiter des Bezirks verpflichtende Schulungen zu religiöser Vielfalt durchlaufen. Zudem wurden überarbeitete Leitlinien zur Konfliktvermittlung eingeführt, und ein bezirksweites Meldesystem für ähnliche Vorfälle wurde eingerichtet.

Die Schule plant weitere Gespräche mit Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Lehrkräften, um die Kommunikation zu verbessern und künftige Konflikte zu vermeiden.

Der Vorfall hat zu konkreten Veränderungen im Umgang mit religiöser Diversität im Schulbezirk geführt. Fortbildungen für das Personal, angepasste Vermittlungsregeln und ein neues Meldesystem sollen ähnliche Situationen künftig entschärfen, bevor sie eskalieren. Die Schule betont, dass der ursprüngliche Streit durch Dialog gelöst wurde – Hinweise auf strukturelle Diskriminierung gebe es nicht.

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