Schweizer Armee setzt auf Rentner als freiwillige Reservisten – und löst Debatten aus
Sophia FrankeSchweizer Armee setzt auf Rentner als freiwillige Reservisten – und löst Debatten aus
Die Schweiz lotet neue Wege aus, um ihre militärische Schlagkraft zu stärken. Eine jüngste parlamentarische Entscheidung ebnet den Weg für die freiwillige Rückkehr von Pensionären in den Dienst. Unterdessen tourt der Komiker Simon Enzler mit seinem aktuellen Programm durchs Land und bietet eine satirische Abrechnung mit dem Schweizer Alltag und der Politik.
Anfang 2024 hatten beide Kammern des eidgenössischen Parlaments einem Plan zugestimmt, ehemalige Soldaten auf freiwilliger Basis wieder in die Armee zu integrieren. Der Bundesrat erhielt den Auftrag, ein detailliertes Konzept für die Initiative auszuarbeiten. 2025 startete die Schweizer Armee das Pilotprojekt Reservisten-Plus, bei dem rund 200 Freiwillige zwischen 55 und 70 Jahren an Auffrischungskursen teilnahmen. Anfang 2026 bestätigte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) den Erfolg des Programms und kündigte eine Ausweitung an.
Die Idee ist nicht ohne Kritik geblieben. Manche werfen der Armee vor, sie vernachlässige andere Bevölkerungsgruppen mit wertvollen Fähigkeiten. Vorschläge reichen von der Umfunktionierung von Golfspielern zu Scharfschützen – die Gegner mit Golfbällen und damit ausgelöstem Kopfschmerz und Tinnitus verwirren sollen – bis hin zum Einsatz von Landfrauen in Feldküchen, um die Verpflegung der Truppen zu verbessern. Auch Großmütter könnten Tarnkleidung stricken, Wanderer feindliche Einheiten mit manipulierten Wegweisern in die Irre führen oder Alphornbläser Gegner mit ohrenbetäubendem Schall vertreiben.
Auf leichterer Note hat sich der Schweizer Komiker Simon Enzler mit scharfsinnigen politischen Beobachtungen und seinem markanten Appenzeller Dialekt einen Namen gemacht. Nach dem Gewinn des renommierten Kleinkunstpreises Salzburger Stier 2007 tourt er weiterhin erfolgreich durchs Land. Sein elftes Programm, Brenzlig, unterhält derzeit das Publikum in der ganzen Schweiz.
Aus der Idee ist Wirklichkeit geworden: Das Reservisten-Plus-Programm der Schweizer Armee läuft mit ehemaligen Soldaten in Auffrischungskursen. Offizielle Berichte bestätigen die ersten Erfolge, was den Weg für eine breitere Umsetzung ebnet. Gleichzeitig bleibt die öffentliche Debatte lebendig, ob auch andere zivile Fähigkeiten auf unerwartete Weise der Landesverteidigung dienen könnten.






