29 June 2026, 18:14

Skandale und Triumphe: Die 50. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt

In Frontal Opposition zu Allem

Skandale und Triumphe: Die 50. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt

Die 50. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt boten dramatische Momente und bemerkenswerte Siege

Ein glühend heißer Sommertag bildete die Kulisse für den Wettbewerb um renommierte Preise, darunter der Bachmann-Preis. In diesem Jahr bestand die Jury aus sieben Frauen, was der Veranstaltung eine frische Perspektive verlieh.

Slata Roschal sorgte für Schlagzeilen, als sie nach ihrer Lesung ihren sofortigen Rückzug verkündete. Sie weigerte sich, der Jury gegenüberzutreten, und verließ ohne Zögern die Bühne. Ihre Geschichte, die zwar prekäre Verhältnisse streifte, konzentrierte sich vor allem auf die Literaturszene selbst. Zudem kritisierte sie die etablierten Strukturen für ihre schlecht bezahlten Stipendien und die geringen Gewinnmargen.

Die rein weiblich besetzte Jury lobte viele Beiträge für ihre einfallsreichen Ideen und herausragenden Formulierungen. Nur wenige Texte wurden rundweg abgelehnt. Zu den Gewinnerinnen zählte Schaette, die sowohl den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis als auch den Publikumspreis für ihren Text „Was wir tragen“ erhielt – eine Erzählung über zwei übergewichtige Schülerinnen, die ihre Unsichtbarkeit annehmen.

Kinga Tóth wurde mit dem KELAG-Preis für ihren sprachlichen Witz und ihre Polyphonie ausgezeichnet. Ihr Werk schilderte die Kämpfe und alltäglichen Demütigungen eines „Ostblock-Mädchens“. Wirtschaftliche Themen spielten in den Diskussionen eine bedeutende Rolle, und die Jury griff in ihren Rückmeldungen immer wieder finanzielle Aspekte auf.

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Das Festival vereinte künstlerische Leistungen mit branchenkritischen Debatten. Während Schaette und Tóth für ihre einzigartigen Erzählweisen Anerkennung fanden, unterstrich Roschals mutiger Abgang die anhaltenden Spannungen. Die Veranstaltung endete mit klaren Siegerinnen – und bleibenden Fragen zu den wirtschaftlichen Herausforderungen der Literatur.

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