Skyr-Knappheit in Supermärkten: Warum das Proteinprodukt plötzlich fehlt
Nina BauerSkyr-Knappheit in Supermärkten: Warum das Proteinprodukt plötzlich fehlt
In deutschen Supermärkten wird es knapp mit Skyr, dem beliebten isländischen Milchprodukt. Seit Anfang Februar fallen Kundinnen und Kunden leere Kühlregale in großen Handelsketten wie Rewe, Edeka und Kaufland auf. Der Engpass folgt auf einen starken Nachfrageanstieg, der durch Social-Media-Trends und ein wachsendes Interesse an proteinreichen Lebensmitteln ausgelöst wurde.
Der Absatz von Skyr ist im vergangenen Jahr regelrecht explodiert. Laut Daten des Marktforschungsunternehmens NIQ stieg die Nachfrage im Zeitraum von Februar 2024 bis Februar 2025 um 30,2 Prozent. Bis Februar 2026 kletterte die Zahl sogar auf 43,1 Prozent – Berichten zufolge haben sich die Verkäufe seit Ende letzten Jahres verdoppelt. Verantwortlich für den Boom sind virale Trends auf TikTok und Instagram, etwa der Skyr-Lotus-Käsekuchen oder die Mischung aus Skyr und Energydrinks, die von Influencern massiv beworben werden.
Einzelhändler und Hersteller bestätigen, dass die Produktion mit der plötzlichen Nachfrage nicht Schritt halten kann. Besonders Familien mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen treiben den Anstieg voran, da proteinreiche Ernährung immer beliebter wird. Verärgerte Verbraucher haben sich auf Reddit bereits Luft gemacht und Influencern vorgeworfen, den Hype überzogen zu haben.
Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) empfiehlt als Ersatz für alle, die keinen Skyr mehr finden, fettarmen Quark. Doch mit einer Normalisierung der Bestände ist frühestens zu Ostern zu rechnen.
Die Knappheit zeigt, wie schnell Social-Media-Trends Lieferketten durcheinanderbringen können. Da die Nachfrage die Produktion bei Weitem übersteigt, müssen Verbraucher vorerst auf Alternativen ausweichen. Händler und Hersteller arbeiten zwar daran, die Versorgung zu stabilisieren – eine schnelle Lösung ist jedoch nicht in Sicht.