Stilles Gedenken in Bergisch Gladbach an Hamas-Opfer zwei Jahre nach dem Angriff
Sophia FrankeStilles Gedenken in Bergisch Gladbach an Hamas-Opfer zwei Jahre nach dem Angriff
Kleine, aber entschlossene Gruppe gedenkt in Bergisch Gladbach des zweiten Jahrestags des Hamas-Angriffs auf Israel
Am Morgen des 7. Oktober 2025 versammelten sich zwölf Menschen um 6:56 Uhr am Holocaust-Mahnmal im Villa-Zanders-Park in Bergisch Gladbach, um der Opfer des Hamas-Angriffs zu gedenken. Später zog eine Kundgebung auf dem Marktplatz etwa 40 Teilnehmer an – ohne sichtbare Reaktion der Öffentlichkeit oder lokaler Vertreter.
Der Tag begann mit einer stillen Ehrung am Holocaust-Mahnmal. Ein Dutzend Menschen kam zusammen, um der bei dem Angriff 2023 Getöteten zu gedenken. Ihre Mahnwache war Teil einer langjährigen Tradition, organisiert vom Verein, der die Städtepartnerschaft zwischen Ganey Tikva und Bergisch Gladbach sowie die Solidaritätspartnerschaft mit Nir Oz fördert.
Um 18 Uhr fand auf dem Trotzenburgplatz wie jeden Dienstag seit zwei Jahren eine weitere Mahnwache statt. Die Gruppe, begleitet von zwei Polizeibeamten, forderte die Freilassung der bei dem Angriff entführten Geiseln. Der Verein, der sich als unpolitisch bezeichnet, konzentriert sich ausschließlich auf die humanitäre Krise und das Schicksal der Verschleppten.
Bei der abendlichen Kundgebung auf dem Konrad-Adenauer-Platz las die Vereinsvorsitzende Petra Hemming ein Interview mit einem Überlebenden des Angriffs vor. Ein israelischer Gast sang zudem die Nationalhymne Hatikva. Trotz der Reden und Musik blieben Passanten stehen, und keine lokalen Vertreter nahmen teil.
Die Zahl der von der Hamas festgehaltenen Geiseln war bis Ende 2025 auf null lebende Personen gesunken – nach Freilassungen, Befreiungen und Todesfällen im Rahmen einer Waffenruhe. Dennoch dauerten die Bergungsbemühungen für die Überreste von Opfern wie denen des Hauptfeldwebels Ran Gvili bis Januar 2026 an.
Die Aktivitäten des Vereins, darunter der täglich um 7:07 Uhr verschickte Newsletter "Tag in GL", bleiben auf Erinnerung und Einsatz für die Betroffenen des Angriffs ausgerichtet.
Die Veranstaltungen in Bergisch Gladbach spiegelten ein beharrliches, aber zurückhaltendes Bemühen wider, die Erinnerung an den Angriff von 2023 wachzuhalten. Wöchentliche Mahnwachen und jährliche Kundgebungen finden weiterhin statt, doch die öffentliche Resonanz bleibt begrenzt. Die Arbeit des Vereins, frei von politischer Ausrichtung, konzentriert sich darauf, dass die Opfer und Geiseln nicht in Vergessenheit geraten.






