Türkische Spediteure schmuggeln Diesel mit manipulierten Lkw-Tanks über die EU-Grenze
Sophia FrankeTürkische Spediteure schmuggeln Diesel mit manipulierten Lkw-Tanks über die EU-Grenze
Deutsche Zollbeamte haben ein System türkischer Spediteure aufgedeckt, die mit manipulierten Kraftstofftanks Steuern umgehen. Die Praxis nutzt die Preisdifferenzen bei Diesel zwischen der Türkei und der EU aus. Behörden in Aachen entdeckten kürzlich Kühl-Lkw mit ungewöhnlich großen Tanks.
Die Ermittlungen begannen, nachdem Inspektoren bei Grenzkontrollen Lastwagen mit nicht normgerechten Kraftstoffbehältern auffielen. Die ursprünglichen Tanks mit einem Fassungsvermögen von 235 bis 245 Litern waren durch deutlich größere Modelle ersetzt worden – einige fassten bis zu 800 Liter. Nach EU-Vorschriften ist Kraftstoff in Standardtanks bei Grenzübertritten steuerbefreit, doch diese Regelung gilt nicht für ausgetauschte Behälter.
Werden die Tanks ersetzt, müssen sowohl Energiesteuer als auch Einfuhr-Mehrwertsteuer entrichtet werden. Zudem erheben Zollbeamte einen Zuschlag auf die Nachversteuerung, um Steuerhinterziehung unattraktiv zu machen. Bei bundesweiten Kontrollen im vergangenen Jahr wurden sechsstellige Beträge an ausstehender Energiesteuer eingezogen.
Das finanzielle Motiv hinter den Manipulationen liegt auf der Hand: Türkische Fahrer zahlen zu Hause das Äquivalent von 56 bis 70 Cent pro Liter – deutlich weniger als die EU-Preise. Durch das Tanken in der Türkei mit übergroßen Behältern umgehen sie die höheren Kosten auf europäischen Straßen.
Die Entdeckung unterstreicht die laufenden Bemühungen, Steuerschlupflöcher im grenzüberschreitenden Güterverkehr zu schließen. Spediteure, die manipulierte Tanks nutzen, müssen nun mit Strafen rechnen, darunter Nachzahlungen und Zuschläge. Die Behörden kontrollieren weiterhin die Einhaltung der Vorschriften an wichtigen Einreisepunkten.






