Viersen droht bis 2031 die Pleite – IHK warnt vor Steuererhöhungen als falscher Lösung
Sophia FrankeViersen droht bis 2031 die Pleite – IHK warnt vor Steuererhöhungen als falscher Lösung
Viersen steht vor einer schweren Finanzkrise: Bis 2026 droht ein Defizit von 39 Millionen Euro, und bis 2031 könnte die Stadt sogar insolvent werden. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) warnt davor, die Gewerbe- oder Grundsteuern zu erhöhen – dies würde die Wettbewerbsfähigkeit schwächen und Investitionen abschrecken.
Stattdessen setzt sich die IHK für eine engere Zusammenarbeit zwischen den Kommunen ein, um Dienstleistungen effizienter zu gestalten und Kosten zu senken.
Die Haushaltsprobleme Viersens haben ihre Ursache in steigenden Ausgaben, insbesondere bei den Jugendhilfeleistungen und der Kreisumlage. Diese starken Ausgabensteigerungen haben die Stadt in einen Teufelskreis negativer Jahresergebnisse gedrängt, der voraussichtlich mindestens bis 2029 anhalten wird. Die IHK betont, dass höhere Steuern – ob für Unternehmen oder gewerbliche Immobilien – die Lage nur verschlimmern würden.
Viersen verzeichnet bereits jetzt die zweit höchsten Gewerbesteuer-Hebesätze für gewerbliche Gebäude in seinem IHK-Bezirk. Eine weitere Erhöhung oder die Einführung eines differenzierten Steuersystems würde rechtliche Unsicherheit schaffen und potenzielle Investoren abschrecken. Die IHK plädiert stattdessen dafür, mehr Gewerbeflächen auszuweisen, um steuerzahlende Unternehmen anzuziehen und die finanzielle Belastung zu verringern.
Obwohl die Stadt einen freiwilligen Konsolidierungsplan vorgelegt hat, steigen die Personalkosten laut IHK weiterhin rasant an. Um die Insolvenz abzuwenden, empfiehlt die Organisation eine vertiefte interkommunale Zusammenarbeit. Durch gemeinsame Dienstleistungen und eine effizientere Verwaltung ließen sich die langfristigen Haushaltsbelastungen verringern.
Viersen ist mit seinen Problemen nicht allein. Viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen kämpfen mit ähnlichen finanziellen Herausforderungen – Bergisch Gladbach etwa rechnet für 2026 mit einem Defizit von 50 Millionen Euro. Hohe Investitionsstaus und marode Infrastruktur – 19 Prozent der Kommunen können grundlegende Dienstleistungen nicht mehr aufrechterhalten – verdeutlichen die Dimension der Krise. Dennoch besteht die IHK darauf, dass Kooperationen statt Steuererhöhungen der richtige Weg für Viersen sind.
Die Vorschläge der IHK zielen darauf ab, Gewerbegebiete auszubauen und die interkommunale Zusammenarbeit zu stärken, um die Finanzen Viersens zu stabilisieren. Ohne diese Maßnahmen drohen der Stadt tiefere Defizite und möglicherweise die Insolvenz bis 2031. Die Wirtschaftsförderung hat bereits Flächen identifiziert, auf denen eine gewerbliche Erweiterung dringend benötigte Einnahmen generieren könnte.