Vom TikTok-Hype zur TV-Jury: Wie "The Elevator Boys" mit Thirst Traps Karriere machten
Sophia FrankeVerführerische TikTok-Clips: Was steckt hinter 'Thirst Traps' - Vom TikTok-Hype zur TV-Jury: Wie "The Elevator Boys" mit Thirst Traps Karriere machten
Eine Gruppe junger deutscher Influencer, bekannt als The Elevator Boys, hat ihren frühen TikTok-Ruhm längst hinter sich gelassen. Ursprünglich durch sexualisierte Kurzvideos – sogenannte "Thirst Traps" – aufgefallen, sind sie mittlerweile auf großen Plattformen wie YouTube präsent und treten sogar als Gast-Juroren bei "Germany's Next Topmodel" auf. Doch ihr Aufstieg wirft auch grundsätzliche Fragen auf: Welche Auswirkungen hat solcher Content auf Social-Media-Nutzer, insbesondere auf jüngere Zielgruppen?
Bei Thirst Traps handelt es sich um inszenierte Fotos oder Videos, die durch sexuelle Anspielungen Aufmerksamkeit erregen sollen. Der Begriff setzt sich aus "thirst" (engl. für gieriges Verlangen nach Aufmerksamkeit) und "trap" (dt. Falle) zusammen – eine Metapher dafür, wie Zuschauer:innen in einen endlosen Klickstrom gelockt werden. Zwar führen solche Posts selten zu echten Interaktionen, doch sie steigern Likes, Shares und Followerzahlen – und damit die Reichweite.
Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigte, dass tägliche Thirst Traps die Follower-Zahlen eines Accounts rasant in die Höhe treiben können. Für Influencer wie The Elevator Boys – Bene, Jacob, Julien, Luis und Tim, alle zwischen 1999 und 2001 geboren – war diese Strategie der Schlüssel, um von TikTok auf internationale Plattformen zu expandieren. Mittlerweile arbeiten sie mit Marken zusammen, sind im Fernsehen präsent und sitzen sogar neben Branchengrößen wie Heidi Klum in der Jury.
Doch der Trend ist nicht unumstritten. Thirst Traps konfrontieren Kinder und Jugendliche mit sexualisiertem Content – und entfachen damit Debatten über Altersbeschränkungen und elterliche Aufsicht auf Plattformen wie TikTok oder Instagram. Manche sehen darin eine Ermächtigung für Menschen, die klassischen Schönheitsidealen nicht entsprechen. Andere kritisieren, dass solche Posts genau diese Ideale verstärken und Anpassungsdruck erzeugen.
Die Motive, Thirst Traps zu teilen, sind vielfältig: Manche suchen Bestätigung, um das Selbstwertgefühl zu stärken, andere wollen Einsamkeit überwinden oder romantisches Interesse wecken. Für Influencer steht vor allem der finanzielle Anreiz im Vordergrund – mehr Engagement bedeutet mehr Werbedeals und Sponsoring-Verträge.
Der Erfolg der Elevator Boys demonstriert, wie sich Social-Media-Aufmerksamkeit in reale Chancen verwandeln lässt. Gleichzeitig zeigt ihr Aufstieg die Risiken auf, die mit der Konfrontation junger Nutzer:innen mit sexualisiertem Content einhergehen. Während Plattformen mit der Moderation kämpfen, bleibt die Frage nach der Verantwortung – und den langfristigen Folgen für die User – weiter ungeklärt.






