09 May 2026, 04:04

Warum Berlins Linkssteher auf Rolltreppen für hitzige Debatten sorgen

Eine Treppe in einer U-Bahn-Station mit einem "Reise, wenn du wagst"-Schild oben, flankiert von Geländern und sichtbaren Stationswänden.

Warum Berlins Linkssteher auf Rolltreppen für hitzige Debatten sorgen

In Berlin tickt die Zeit schnell – oft zu schnell für alle, die nicht mithalten. Die Stadt lebt von Hektik, in der jede Sekunde wie eine inoffizielle Währung zählt. Doch mitten im Trubel gibt es einen kleinen Akt des Widerstands, der alles verlangsamt: der Linkssteher auf der Rolltreppe.

Die Rolltreppe in Berlin ist mehr als nur ein Transportmittel zwischen Stockwerken – sie ist Teil des städtischen Verkehrssystems. Eine ungeschriebene Regel bestimmt ihre Nutzung: Rechts stehen, links gehen. Wer sich trotzdem auf die linke Seite stellt, wird zum Hindernis und blockiert all jene, die es eilig haben.

David Grunwald, Autor beim Hit der Woche auf Schlager Radio (106,0 FM), sieht in diesen Linksstehern ein Symbol für Berlins Widersprüche. Die Stadt rast vorwärts, doch manche bleiben stur stehen, gleichgültig gegenüber dem Rhythmus um sie herum. Für Grunwald ist ihre Weigerung, Platz zu machen, nicht nur lästig – sie stört den Fluss des städtischen Lebens.

Seine Lösung ist simpel: Wer nicht laufen will, soll die Treppe nehmen. Die Rolltreppe, so sein Argument, sei kein Ort zum Verweilen, sondern eine Spur für Bewegung. Wer an der falschen Stelle stehen bleibt, verursacht nur unnötige Verzögerungen.

Die Debatte über das Rolltreppen-Knigge offenbart eine größere Spannung in Berlin: Eine Stadt, die Tempo schätzt, muss sich mit denen arrangieren, die es nicht teilen. Vorerst gilt die ungeschriebene Regel weiter – rechts stehen, links gehen – oder man riskiert den Unmut der hinter einem wartenden Pendler.

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