Willich streicht zwei Kitas – Eltern protestieren gegen fehlende Betreuungsplätze
Sophia FrankeWillich streicht zwei Kitas – Eltern protestieren gegen fehlende Betreuungsplätze
Zwei geplante Kitas in Willich fallen weg – sinkende Anmeldezahlen und knappe Haushalte schuld
In Willich wurden zwei geplante Kindertageseinrichtungen wegen rückläufiger Anmeldungen und angespannter Haushaltslagen gestrichen. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die Zahl der Kinder in örtlichen Kitas in den vergangenen fünf Jahren um etwa 10 Prozent gesunken ist. Eltern und Initiativen fordern nun von der Stadtführung Aufklärung.
Zwischen 2021 und 2025 ging die Zahl der betreuten Kinder in Willich von etwa 2.800 auf 2.500 zurück. Als Gründe nennen Verantwortliche sinkende Geburtenraten, den verstärkten Besuch von Ganztagsgrundschulen sowie einen höheren Bedarf an Förderangeboten für Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf. Daraufhin wurden zwei Neubauprojekte für Kitas gestoppt – einzig das generationenübergreifende Zentrum in Reinershof bleibt als letzte kommunale Neubaumaßnahme erhalten.
Elternvertretungen zeigen sich verärgert. Am 6. März hatten der Förderverein der Kita Alperof und Elternvertreter einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch geschickt – ohne Antwort. Nun wird ein zweites Schreiben vorbereitet, in dem die städtischen Angaben zu Wegstrecken und der Erreichbarkeit von Betreuungsplätzen infrage gestellt werden.
Unterdessen gewinnt die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" an Fahrt. Ins Leben gerufen von Eltern der Kita Alperof, fordert sie mehr Kita-Plätze vor Ort, um Familien mit kleinen Kindern lange Fahrten zu ersparen. Auch das Reinershof-Projekt sorgt für Kritik: Die Beteiligung eines externen Investors wirft Fragen zur Finanzierung und zur Rolle der Stadt auf.
Der Förderverein hat Bürgermeister Pakusch nun zu einer öffentlichen Diskussion eingeladen. Man hoffe auf einen transparenten Austausch darüber, wie Willich den künftigen Betreuungsbedarf decken wolle.
Mit den beiden gestrichenen Kita-Projekten bleibt das Reinershof-Zentrum die einzige Neubaumaßnahme. Eltern drängen weiter auf klarere Konzepte und bessere Zugänge zu Betreuungsplätzen in Wohnortnähe. Auf ihre Forderung nach einem Dialog hat die Stadt bisher nicht reagiert.






