Winterberger Apotheke scheitert mit 60.000-Euro-Telemedizin-Kabine an Behörden-Blockade
Nina BauerWinterberger Apotheke scheitert mit 60.000-Euro-Telemedizin-Kabine an Behörden-Blockade
Apotheke Franziskus in Winterberg erleidet Rückschlag: Gesundheitsbehörden blockieren Aufstellung einer neu angeschafften Telemedizin-Kabine
Die Franziskus-Apotheke in Winterberg steht vor einem herben Dämpfer: Die Aufsichtsbehörden haben die Installation einer neu erworbenen Telemedizin-Kabine untersagt. Die 60.000 Euro teure Medivise-Einheit sollte die Dienstleistungen verbessern, sobald die Apotheke unter neuer Leitung wiedereröffnet. Doch die Behörden entschieden, dass sie nicht innerhalb der Räumlichkeiten aufgestellt werden darf.
Jürgen Schäfer, der aktuelle Inhaber, hatte geplant, die Kabine in den täglichen Apothekenbetrieb zu integrieren. Sein Ziel war es, die Abwicklung von Wiederholrezepten zu beschleunigen und die Belastung der örtlichen Notdienste zu verringern. Die Behörden argumentierten jedoch, dass eine Arztkabine in einer Apotheke gegen die Überweisungsregeln verstoße und zu einer unangemessenen Patientenlenkung führen könnte.
Der vorgeschlagene Kompromiss – die Kabine außerhalb der Apotheke aufzustellen – wurde von Schäfer abgelehnt. Er und Jasmin Ennulath, die Lebenspartnerin seines Sohnes und künftige Apothekenleiterin, bleiben von den Vorteilen der Telemedizin überzeugt, insbesondere in ländlichen Regionen wie Winterberg. Der Hersteller Medivise betont, dass die Kabine alle gesetzlichen Vorgaben erfülle, darunter auch § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs V, der Telemedizin in Apotheken ausdrücklich erlaubt.
Trotz dieser rechtlichen Grundlage bleibt die 60.000-Euro-Investition vorerst ungenutzt. Schäfer hatte die Kabine als zentrales Element für die Zeit nach der Übernahme durch Ennulath vorgesehen. Nun ist ihre Zukunft ungewiss, während die Verhandlungen mit den Behörden weitergehen.
Der Streit lässt die Telemedizin-Kabine vorerst ungenutzt. Ohne eine Lösung wird die Apotheke ohne den geplanten digitalen Gesundheitsdienst wiedereröffnen. Schäfer und Ennulath sehen nach wie vor Potenzial in der Technologie, müssen aber zunächst regulatorische Hürden überwinden, bevor sie eingesetzt werden kann.






