Witten stoppt umstrittenes Taubenabwehrsystem BirdFree nach nur fünf Tagen
Nina BauerWitten stoppt umstrittenes Taubenabwehrsystem BirdFree nach nur fünf Tagen
Wittens Rathaus installierte am 17. September ein umstrittenes Taubenabwehrsystem namens BirdFree. Doch bereits fünf Tage später kündigte Bürgermeister Lars König dessen Entfernung an – als Reaktion auf öffentliche Kritik. Die Entscheidung fiel nach Gesprächen mit Tierschutzverbänden und einer erneuten Prüfung durch die lokalen Behörden.
Das BirdFree-System, das die Taubenpopulation im Stadtgebiet reduzieren und so für mehr Sauberkeit sorgen sollte, stieß von Anfang an auf Widerstand. Tierschützer plädierten stattdessen für schräge Bretter als weniger schädliche Alternative. Sie wiesen zudem darauf hin, dass für deren Anbringung sowohl die untere als auch die obere Denkmalschutzbehörde ihre Zustimmung erteilen müsste.
Am 22. September bestätigte Bürgermeister König das Ende des Systems. Zuvor hatte er sich mit einer Tierschutzaktivistin ausgetauscht und deren Bedenken anerkannt. Das Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises revidierte daraufhin seine Haltung und verbot den in BirdFree verwendeten Wirkstoff flächendeckend im gesamten Kreisgebiet.
Ab dem 24. September werden die bestehenden BirdFree-Behälter mit Deckeln versiegelt, bis sie endgültig abgebaut werden. Ein konkreter Termin für die Demontage steht noch aus, ebenso wie die Gesamtkosten für Installation und Rückbau. Unterdessen haben ortsansässige Taubenfreunde zugesagt, bei der Regulation des Taubenbestands mit tierfreundlichen Methoden zu unterstützen.
Die Kehrtwende bedeutet, dass BirdFree in Witten nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Die Stadt will nun nach Alternativen suchen, die Sauberkeit und Tierschutz gleichermaßen berücksichtigen. Wann das System vollständig abgebaut wird und welche Kosten dabei entstehen, ist bisher noch offen.






