13 March 2026, 14:06

ZDK-Reformen eskalieren Machtkampf mit dem ZVK – droht die Spaltung der Autobranche?

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ZDK-Reformen eskalieren Machtkampf mit dem ZVK – droht die Spaltung der Autobranche?

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat weitreichende Satzungsreformen durchgesetzt und damit neue Spannungen mit dem Zentralverband Kraftfahrzeugtechnik (ZVK) ausgelöst. Die im Januar eingeführte Neuregelung zielt darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und die Branchenbedürfnisse besser abzubilden. Doch der Schritt hat den seit Langem schwelenden Konflikt zwischen den beiden Verbänden weiter verschärft.

Der ZDK wirft dem ZVK vor, ein "bewusst konstruiertes Szenario" geschaffen zu haben, um eine Spaltung zu erzwingen. Beide Seiten stehen nun an einem Scheideweg ihrer Beziehung, während rechtliche Auseinandersetzungen und Streitigkeiten um Mitgliedschaften eskalieren.

Die Reformen stellen einen klaren Bruch mit früheren Gepflogenheiten dar. Bisher besetzten ZDK und ZVK gemeinsame Positionen in den Gremien, doch die neuen Statuten schreiben nun eine strikte Trennung vor. Der ZDK besteht darauf, dass künftige Personalentscheidungen ausschließlich über die Mitgliederversammlung getroffen werden – und nicht einseitig.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt der Anspruch des ZVK auf 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK – eine Forderung, gegen die der ZDK bereits juristisch vorgeht. Zwar hat der Streit um Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen an rechtlicher Brisanz verloren, doch die finanziellen Differenzen bestehen fort.

Um eine Isolation der Innungen zu verhindern, hat der ZDK direkte Wege für Werkstätten geschaffen, sich der Bonner Zentrale anzuschließen. Zudem plant der Verband, in betroffenen Regionen stärker präsent zu sein und die Gründe sowie möglichen Folgen eines Austritts zu erläutern. Trotz der Spannungen betont der ZDK, dass eine konstruktive Zusammenarbeit weiterhin möglich sei – vorausgesetzt, der ZVK akzeptiert die neuen Strukturen.

Die Reformen haben die Arbeitsweise des ZDK grundlegend verändert: Die gemeinsame Governance ist beendet, die institutionelle Eigenständigkeit gestärkt. Rechtliche Konflikte und Mitgliedschaftsstreitigkeiten prägen nun das Verhältnis zum ZVK. Das Ergebnis wird zeigen, ob die beiden Verbände ihre Differenzen beilegen können – oder ob sie vor einer dauerhaften Spaltung stehen.

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