16 March 2026, 14:06

Bergisch Gladbach kämpft mit 50-Millionen-Defizit und drohender Steuererhöhung

Ein Plakat mit einem schmalen schwarzen Rand und fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, das "Maganomics: Ein Wirtschaftsplan, der drei Dinge tut: Senkt Steuern für Reiche und große Unternehmen noch weiter."

Bergisch Gladbach kämpft mit 50-Millionen-Defizit und drohender Steuererhöhung

Bergisch Gladbach steht vor schweren finanziellen Problemen – mit einem erwarteten jährlichen Defizit von rund 50 Millionen Euro. Der parteilose Kämmerer der Stadt, Thore Eggert, warnte, dass ohne Steuererhöhungen die Kommune die Kontrolle über ihre Haushaltsentscheidungen verlieren könnte. Bei einem kürzlichen Workshop der BürgerAkademie skizzierte er die Herausforderungen und gab den Bürgerinnen und Bürgern Einblick in den komplexen, 500 Seiten starken Haushaltsplan der Stadt.

Die Haushaltskrise hat ihre Ursache in steigenden Kosten, die die Einnahmen übersteigen. Sozialleistungen und höhere Personalkosten belasten den Etat am stärksten und lassen kaum Spielraum für Kürzungen. Eggert erklärte, dass der Großteil der Ausgaben fest verplant sei, was es schwierig mache, Einsparungen vorzunehmen, ohne essenzielle Dienstleistungen zu gefährden.

Um die Lücke zu schließen, schlug Eggert eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuern vor. Dadurch könnten jährlich zusätzliche 4 Millionen Euro eingenommen werden. Doch die Entscheidung wurde aufgrund der jüngsten Kommunalwahlen verschoben, was den üblichen Zeitplan für die Haushaltsverabschiedung durcheinanderbringt.

Normalerweise prüft und beschließt der Stadtrat den Haushaltsplan noch vor Jahresende. Diesmal jedoch stocken die Fraktionsverhandlungen, sodass der Etat in der Schwebe hängt. Ohne Handlungsspielraum, so Eggerts Warnung, könnte Bergisch Gladbach gezwungen sein, ein strenges Konsolidierungsprogramm umzusetzen – eines, das die finanziellen Entscheidungen aus lokaler Hand nähme.

Die Stadt steht nun vor der Wahl: Steuern erhöhen, um die wachsenden Kosten zu decken, oder riskieren, die finanzielle Selbstständigkeit zu verlieren. Eggerts Mahnungen unterstreichen die Dringlichkeit der Lage, während Bergisch Gladbach darum kämpft, seinen Haushalt auszugleichen. Das Ergebnis hängt davon ab, ob der Rat noch vor einem weiteren Anwachsen des Defizits zu einer Einigung findet.

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