Deutsche Autoindustrie bricht ein: 26 Prozent weniger Produktion als 2019
Sophia FrankeDeutsche Autoindustrie bricht ein: 26 Prozent weniger Produktion als 2019
Deutschlands Fahrzeugproduktion brach 2022 stark ein – Rückgang um 26 Prozent im Vergleich zu 2019
Die deutsche Automobilproduktion ist im Jahr 2022 drastisch eingebrochen: Die Produktion sank um 26 Prozent gegenüber 2019. Verantwortlich für den Rückgang waren vor allem Engpässe bei Schlüsselkomponenten sowie stark gestiegene Kosten für Energie und Rohstoffe. Nun übt die Branche scharfe Kritik an der Zukunftsstrategie der Bundesregierung.
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Solingen positionierte sich klar gegen die von der Ampelkoalition vorgelegte „Strategieplattform für die Transformation der Automobil- und Mobilitätswirtschaft". Die Vorsitzende Gerlinde Steingrüber warf der Regierung vor, mit ihrer einseitigen Fokussierung auf die Elektromobilität sowohl die Klimaziele als auch die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu gefährden. Sie hatte sich vom Autogipfel im Kanzleramt praktikable und ergebnisoffene Lösungen erhofft – doch ihre Erwartungen wurden enttäuscht.
Steingrüber betonte, dass der individuelle Verkehr nicht nur im ländlichen Raum unverzichtbar bleibe. Sie warnte vor einer Politik, die eine Spaltung zwischen städtischen und ländlichen Bedürfnissen vorantreibe. Zudem habe der Gipfel die akuten wirtschaftlichen Probleme der Branche ignoriert – etwa den dramatischen Auftragsrückgang.
Die MIT-Funktionärin forderte, unterschiedliche Mobilitätskonzepte anzuerkennen, darunter moderne Verbrennungsmotoren und synthetische Kraftstoffe (E-Fuels). Diese müssten als gleichwertige Alternativen zu rein batteriebetriebenen Fahrzeugen behandelt werden. Zudem brauche es Planungssicherheit, damit Unternehmen in Klimaschutz und Digitalisierung investieren könnten.
Mit rund 3,4 Millionen produzierten Fahrzeugen im vergangenen Jahr liegt die Branche weiterhin deutlich unter dem Niveau vor der Pandemie. Die Automobilwirtschaft drängt die Bundesregierung zu einem technologieoffeneren und flexibleren Mobilitätsansatz – und zu konkreten Maßnahmen gegen die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen der Hersteller.
