Deutschlands Internetwirtschaft droht am Rechenkraft-Mangel zu scheitern
Sophia FrankeDeutschlands Internetwirtschaft droht am Rechenkraft-Mangel zu scheitern
Deutschlands Internetwirtschaft steht vor rasantem Wachstum – doch ohne dringende Maßnahmen drohen Engpässe bei Rechenkapazitäten und digitaler Infrastruktur diese Entwicklung zu gefährden. Wie Experten warnen, könnte der Mangel an Computing-Power sogar die digitale Souveränität des Landes untergraben. Der Umsatz der Branche soll zwar von 245 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 389 Milliarden Euro bis 2030 steigen, doch ohne Gegensteuerung könnte dieser Aufschwung ins Stocken geraten.
Treiber des wachsenden Bedarfs sind die voranschreitende Digitalisierung und der Einsatz von KI-Technologien. Bis 2030 wird die Wirtschaft drei- bis fünfmal mehr Rechenleistung benötigen als heute – möglicherweise bis zu 12 Gigawatt. Fehlen jedoch neue Rechenzentrumskapazitäten, müssten viele IT-Aufgaben ins Ausland verlagert werden, was Deutschlands Kontrolle über seine digitale Zukunft schwächen würde.
Die Anschlussleistung deutscher Rechenzentren soll zwar bis 2030 um 50 Prozent wachsen – von derzeit 2,4 auf 3,7 Gigawatt. Doch das reicht nicht aus. Oliver Süme, Vorsitzender des eco-Verbands, betont, dass zögerliche Glasfaserausbauprojekte, digitale Rückstände in kleinen und mittleren Unternehmen sowie mangelnde Plattformkompetenz gefährliche Infrastrukturlücken schaffen.
Hinzu kommen hohe Industrie-Strompreise, die die Lage verschärfen. Der eco-Verband fordert die Politik auf, günstigen Grundlaststrom zu sichern. Ohne bezahlbare Energie drohe Deutschland im globalen Wettbewerb um digitale Führerschaft den Anschluss zu verlieren.
Mit einem jährlichen Wachstum von 9,7 Prozent zwischen 2025 und 2030 könnte die Internetwirtschaft zwar boomen – doch Süme warnt: Ohne politische Weichenstellungen könnte dieser Aufschwung ersticken. Dann drohe Deutschland im internationalen Vergleich zurückzufallen.
Die deutsche Internetwirtschaft steht an einem Scheideweg. Zwar zeichnet sich ein kräftiger Aufschwung ab, doch fehlende Rechenkapazitäten und hohe Energiekosten könnten Unternehmen dazu zwingen, ihre Aktivitäten ins Ausland zu verlagern. Die Bewältigung dieser Herausforderungen wird entscheidend sein, um Deutschlands digitale Souveränität und wirtschaftliche Zukunft zu sichern.






